Unsere Vereinsgeschichte

Streifzug durch die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr

 

Georgenborn Schon etwas länger als 100 Jahre ist es her, seit die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Georgenborn stattfand. Man schrieb den 7. Februar 1909 als Bürgermeister Rossel, Branddirektor Wilhelm Tropp sowie 14 Georgenborner Männer, immerhin fast ein Zehntel der damals rund 150 Personen zählenden gesamten Einwohnerschaft des Ortes, im Gasthaus „Zur schönen Aussicht“ zusammen trafen, um die Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Alle 14 Anwesenden erklärten durch ihre Unterschrift ihren Beitritt und an das königliche Landratsamt in Wiesbaden wurde die „höfliche Bitte“ gerichtet, „die Satzungen einer gfl. Durchsicht unterziehen und genehmigen zu wollen“. Auf diesem Weg verstrich einige Zeit und es gingen noch einige Schreiben zwischen dem Bürgermeister und dem königl. Landrat hin und her, vor allem weil zu klären war, wer für die Finanzierung der erforderlichen Feuerlöschgeräte zuständig sei. Zwar war dies den gelten Gesetzen zur Folge die Gemeinde Georgenborn, aber man hatte gerade ein Anleihen von 10.000 Mark aufgenommen um den Bau der Wasserleitung zu finanzieren und so standen für 1909 gerade mal 100 Mark für die Feuerwehr zur Verfügung.

 

So war es dann am erst 5. November 1911 so weit, dass die nötigsten Geräte zur Brandbekämpfung angeschafft worden waren und man dem Landrat mitteilen konnte: „Im Anschluß an die Spritzenprobe und Prüfung der neu angeschafften Feuerlöschgeräte wurde nach voraus ergangener ortsüblicher Bekanntmachung die schon längere Zeit geplante Gründung der Freiwilligen Feuerwehr beschlossen“. Zum 1. Vorsitzenden und Feuerwehrkommandanten wurde Ludwig Gies und zum 2. Vorsitzenden Philipp Höhl gewählt. Komplettiert wurde der Vorstand durch Gustav Hinsch, Kassierer und Schriftführer in Personalunion. Baron Ferdinand von Krauskopf, der Erbauer von Schloss Hohenbuchau und darüber hinaus ein großer Gönner des Ortes, hatte mit einer hochherzigen Spende dafür gesorgt, dass ein Spritzenhaus mit Schlauchturm, in dem sogar ein Wachraum für den Gemeindegendarmen nebst Gefängniszelle (das sog. „Bollesje“) untergebracht war, errichtet werden konnte. Es lag damals am südlichsten Ortszipfel, an der Ecke der Unteren Trift und Bornwiesweg. Dennoch waren die Gegebenheiten für die Feuerwehr unzureichend. Neben den Brunnen entlang der Hauptstraße (heute Mainstraße), der 1909 fertig gestellten Wasserleitung stand noch ein Brandweiher für Löschzwecke zur Verfügung. Dieser Befand sich am Bornwiesweg an der Ecke eines unbenannten Weges, der heute durch seinen Namen „Am Brandweiher“ an den nicht mehr existierenden Brandweiher erinnert. Zwar besaß man eine unter großen finanziellen Opfern von der Gemeinde angeschaffte Handdruckspritze, aber ansonsten war die aus ein paar Löscheimern, einer alten Leiter sowie einigen Pickeln, Schaufeln und dergleichen bestehende Ausrüstung mehr als bescheiden. Bereits 1911 setzte man fest, dass am ersten Samstag im Monat eine Mitgliederversammlung stattfindet, eine Regelung die, wenn nicht andere Termine dagegen stehen, auch heute noch gültig ist. Allerdings ist man mittlerweile davon abgekommen, die Versammlungen mit einem dreifach Hoch auf Kaiser und Reich enden zu lassen. Die Kameraden zahlten einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 10 Pfennigen im Monat, übrigens der gleiche Betrag, der als Strafe für Versäumen der Versammlung oder auch für zu spätes Erscheinen bei derselben, fällig war. Mit dem Einsammeln dieser Beträge wurde Vereinsdiener Peter Thoma betraut und man sah sich bald in der Lage, Uniformröcke anfertigen zu lassen und Kappen zu kaufen. Bald begann sich auch ein reges Vereinsleben zu entwickeln. So nahm man am 23. Juni 1929 an der Fahnenweihe des Krieger- und Militärvereines Teil und veranstaltete am 14. Juli des gleichen Jahres sogar den Bezirksdelegiertentag des Feuerwehrverbandes. Dieser wurde mit einem üppigen Programm begangen. So wurden um 12 Uhr die Abgeordneten vom Bahnhof Chauseehaus abgeholt. Der Zug zog dann durch das Ort und endete im Vereinslokal von Kamerad Friedrich Pflugfelder. Um 3-1/4 Uhr erfolgte eine Übung, um 4 Uhr war Versammlung mit nachfolgendem Beisammensein, das von der Dotzheimer Feuerwehrkapelle musikalisch begleitet wurde. So auf den Geschmack gekommen, besuchte man noch im gleichen Sommer das Feuerwehrfest in Oberwalluf. In der Versammlung am 4. Januar beschloss man, den Beitrag auf 20 Pfennige zu verdoppeln, um die Anschaffung eines Sanitätskastens, der für alle Bürger „wenn mal was passiert“ gedacht war, zu finanzieren. Die Anschaffung war aber dann doch aufgrund der Beitragserhöhung nicht ganz zu stemmen, es bedurfte dann doch noch eines Überschusses der Weihnachtsfeier im Hohenwald und vor allem einer großzügigen Spende des Baron von Krauskopf. Bereits im Mai 1913 hatten vier Kameraden den Sanitätsdienst beim Militär gelernt und so war wenigstens eine Erstversorgung im Ort, in dem ja kein Arzt ansässig war, gewährleistet. Bevor das Jahr 1913 zu Ende ging, galt es noch zusammen mit der Nachbarwehr einen großen Brand am „Russischen Kaiser“ in Schlangenbad sowie einen weiteren, ausgebrochen an den Nebengebäuden des „Hotel Hohenwald“, bei dem sogar eines der Pferde im Stall durch die Rauchgase erstickte, zu bewältigen. 1914 brach der zweite Weltkrieg aus und auch aus Georgenborn mussten etliche Männer zum Kriegsdienst einrücken. Man kann davon ausgehen, dass in Folge dessen keine Vereinsaktivitäten mehr stattfanden. Zwar findet sich am 5. Dezember 1915 ein Eintrag im Protokollbuch, der sich mit den zum Kriegsdienst eingerückten Kameraden befasst. „ Auch unser kleines Örtchen ist hart mitgenommen worden, eingerückt sind im Ganzen bis jetzt 21 Mann, wovon einer verwundet und zwei gefallen sind“, doch wurde erst am 11. Januar 1920 wieder eine Jahreshauptversammlung veranstaltet. Die lange Lücke ist insofern verständlich, waren doch aufgrund der Kriegshandlungen 11 Georgenborner Männer, von denen einer derzeit zunächst als vermisst galt, zu betrauern. Neuer Vorsitzender wurde nun Johann Klein, sein Vertreter wurde Gustav Hinsch. Im März beriet man bei einer Versammlung, die Stiftung einer Kinderbeihilfe. Nach den langen Jahren des Verzichts veranstaltete man in diesem Jahr erstmals wieder eine Weihnachtsfeier im Saal von Hans Gahr im „Hotel Hohenwald“. Unter der Leitung von Lehrer Schliffer und Franz Thoma fand hierbei sogar eine Theatervorführung statt und man ließ den Abend mit einem Ball ausklingen. Bei der Versammlung vom 8. Januar 1921 griff man den Gedanken der Kinderbeihilfe wieder auf und beschloss, eine Sammlung unter den Kameraden durch zu führen. Allerdings sollte nicht die gesamte Summe der Beihilfe zu Gute kommen, sondern die Hälfte zu Gunsten von Kindern im eigenen Ort verwendet werden. Eine weitere Sammlung wurde durchgeführt. Dieses Geld wurde aus der Kasse des Feuerwehrvereines aufgestockt, um der Witwe eines verstorbenen Kameraden finanziell ein wenig unter die Arme greifen zu können. Auch an der Spitze der Wehr gab es Veränderungen. Da Kamerad Johann Klein vom Amt des Kommandanten zurück getreten war, wurde der ehemalige Kommandant Ludwig Gies zu seinem Nachfolger gewählt. Darüber hinaus wurde beschlossen, die Gefallenen des ersten Weltkrieges mit einer würdevollen Gedenktafel zu ehren. Hierzu wurden aus der Vereinskasse 200 Mark zur Verfügung gestellt, immerhin die Hälfte des zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Kassenbestandes. Viele Entwürfe gab es in der nachfolgenden Zeit zu begutachten, ebenso eifrig wurde die Frage des Standortes diskutiert. Nachdem man sich entschlossen hatte, das Ehrenmal an der „Geburtsstätte“ des Ortes, am sagenumwobenen Georgsborn zu errichten, konnte nach Pfingsten 1922 endlich mit dem Bau begonnen werden. Die nächsten Eintragungen im Protokollbuch datieren vom 8. Mai 1926. In diesem Jahr wurde auch wieder eine Weihnachtsfeier veranstaltet, bei welcher der Dreiakter „Weihnachten – das Fest der Liebe“ aufgeführt wurde. Am 18. Februar 1927 fand in der „Schönen Aussicht“ ein Fastnachtsball und am 26. Februar ein Maskenball im Hotel „Hohenwald“ statt. Auch gab es eine Kappensitzung mit anschließendem Tanz. Bereits im Oktober 1926 hatte die Wehr den Wunsch nach einer neuen und fahrbaren Leiter geäußert. Im Protokoll der Versammlung vom 10. März 1928 findet man den Eintrag: „die Freiwillige Feuerwehr ersucht die Gemeindevertretung von Georgenborn um Beschaffung einer Leiter, da die bisherige den Anforderungen einer Wehr nicht mehr genügt“.

 

Man kann allerdings davon ausgehen, dass die nachfolgend tatsächlich angeschaffte Leiter von der Stadt Wiesbaden bezahlt wurde, da Georgenborn am 1. April 1928 mit Wiesbaden zusammengeschlossen wurde und somit zum kleinsten Vorort der Stadt wurde. Am 7. Juli 1928 wurde beschlossen, bei der Stadt Wiesbaden die Anschaffung einiger Handfeuerlöscher zu beantragen, am 5. Oktober erhielt die Wehr sogar 100 Mark zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen. Außer, dass bei den Weihnachtsfeiern jeweils Theaterstücke zur Aufführung kamen, die Kerb in bescheidenem Rahmen veranstaltet wurde und 1930 das Feuerwehrfest in Frauenstein besucht wurde, sind den Protokollbüchern für diese Zeit keine besonderen Vorkommnisse zu entnehmen. Im April 1933 vermerkte der Protokollführer: „in Kürze findet in Wiesbaden eine Luftschutzausstellung statt. In diesem Jahr ist der 1. Mai zum ersten Mal gesetzlicher Feiertag. Es soll eine Feierlichkeit stattfinden. An derselben hat sich die Wehr geschlossen zu beteiligen“. Versammlungen fanden ab sofort nur noch bei Bedarf statt. Aus einer „Säumnisliste der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden-Georgenborn“ geht hervor, dass im Mai 1933 die Wehr aus 27 aktiven und 24 inaktiven Kameraden bestand. Drei Jahre später waren es dann nur noch 22 Aktive. Der Rückgang begründet sich auf der Tatsache, dass nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten alle Kameraden, die einer linksorientierten Partei angehörten, aus der Wehr austreten mussten, da ihnen untersagt wurde, öffentliche Ämter auszuüben. Auch der Feuerwehrdienst änderte sich, die Übungen bestanden nunmehr aus militärischem Drill und Marschübungen. Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind nur mangelhaft vorhanden. Kommandant war zu Rudolph Saegert und die Wehr bestand in dieser Form bis zum Ende des 2. Weltkrieges, in dessen Verlauf 14 Georgenborner gefallen waren und vier vermisst wurden. Am 19. Januar 1946 fanden sich dann 13 Bürger in der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ zusammen, um die Wehr neu aufzustellen. Kommandant wurde Hans Gies, sein Stellvertreter Josef Frank. Kassierer wurde Willi Frank und Schriftführer Heinrich Bopp. Die erste Übung nach dem 2. Weltkrieg fand am 14. Juli 1946 statt. Vieles war nach dem Krieg schadhaft und in Mitleidenschaft gezogen, so waren das Spritzenhaus sowie alle Geräte in Ordnung zu bringen. Am 24. August führte man eine unerwartete Alarmübung durch, bei der lt. Protokollbuch alles „schnell und gut“ gelang. Zum Neuaufbau gehörte auch der Wunsch zur Anschaffung neuer Uniformröcke, da die alten mittlerweile löcherig und mürbe geworden waren. Im Februar 1947 entging das Hotel „Hohenwald“ nur knapp einer Katastrofe, als die dort stationierten Amerikaner unachtsam mit Benzinkanistern umgingen. Einige der Behälter flogen brennend in die Luft und setzten das Dach des Nachbarhauses in Brand. Nur der schnelle Einsatz der Wehr verhinderte Schlimmeres, als Dank spendete die Hausbesitzerin 100 Reichsmark für die Vereinskasse. Überhaupt war das erst der Beginn eines sehr turbulenten Jahres, Am 17. August rückte die Wehr zur Bekämpfung eines Wiesen- u. Heckenbrandes im Schlosspark aus, am 2. September galt es, zusammen mit anderen Wehren einen großflächigen Waldbrand am Exerzierplatz in Freudenberg zu löschen. Am 14. Oktober löschte man einen brennenden LKW an der Straße nach Schlangenbad. Den größten Einsatz ihrer Geschichte leistete die Wehr allerdings am 28. Dezember, als nachts um 04.30 ein Großbrand im Schloss, offenbar durch eine Weihnachtsbaumkerze, ausgebrochen war. Nur mit Hilfe der Wehren aus Wiesbaden, Bad Schwalbach und Schlangenbad war das Feuer überhaupt unter Kontrolle zu bringen, denn die in der Georgenborner Wehr zur Verfügung stehende Handdruckspritze hatte eine weitaus zu geringe Fördermenge. Immer noch fehlte es an notwendiger Ausrüstung. Mit der Einführung der neuen Währung am 20. Juni 1948 begann sich die Situation etwas zu verbessern. So konnten bald Stahlhelme und Stiefelsohlen an die Kameraden verteilt werden, im ersten Halbjahr 1949 konnte sogar eine Handsirene angeschafft werden, das bisher übliche Hornblasen entfiel nun als Alarmierung. Auch fand in diesem Jahr wieder ein Maskenball im Hotel „Hohenwald“ sowie ein Lumpenball im Gasthaus „Müller“, besser bekannt als „Deutsches Haus“, statt. Das Highlight war jedoch die Anschaffung einer Motorspritze, die durch den Fabrikanten Nowak, der die Bandag-Werke, eine Reifenvulkanisieranstalt in der Villa Waldhausen betrieb, beschafft werden konnte. Die Platzverhältnisse im Spritzenhaus verschlechterten sich hierdurch natürlich und so kam es, dass der Geräteschuppen vom Backhaus in den Schulhof versetzt wurde um dort den bislang im Spritzenhaus untergestellten offenen Leichenwagen unterstellen zu können. Nach und nach konnte das marode Schlauchmaterial ersetzt werden und Anfang 1950 gab es sogar zehn Uniformen für die Kameraden, was natürlich nicht ausreichte. Im März des gleichen Jahres spendete Fabrikant Nowak der Wehr einen LKW Marke „Dodge“, mit dem der Transport der Motorspritze nun leichter zu bewerkstelligen war. Die Gemeinde investierte 500 Mark, mit denen 30 Schutzanzüge für die Kameraden angeschafft werden konnten. Die Kameraden werkelten fleißig an dem LKW, um ihn den Anforderungen anzupassen. Das kostete manches freie Wochenende, dennoch nahm man an der Grundsteinlegung der Siedlungsgenossenschaft in Schlangenbad Teil und unternahm einen Ausflug zur Feuerwehr nach Seitzenhahn. 1951, am 30 Juni und 1. Juli wurde das 40jährige Jubiläum der Wehr groß gefeiert, wozu man am Spritzenhaus ein Zelt für 400 Personen aufstellte. Die Übungen wurden jetzt nach neuen Vorschriften abgehalten, bei denen jeder Handgriff „sitzen“ musste. Das war so erfolgreich, dass Kreisbrandmeister Diefenbach im Mai 1952 bei einer Alarmübung in Schlangenbad sehr „überrascht von der Schlagkräftigkeit der Wehren“ war. Im Juni 1952 kam es zu Aussprachen über die Gründung eines Sportvereines, im Protokollbuch findet sich folgender Eintrag: „Hauptgrund und Zweck des Sports ist es, den Körper und den Geist zu ertüchtigen“. Es folgte daraufhin die Gründung des TSV. Die Feuerwehr veranstaltet auch wieder die Georgenborner „Quetschekerb“. Aufgrund der herrschenden Trockenheit wurden an den Wochenenden Kontrollen in den umliegenden Wäldern durchgeführt.

 

Im April galt es einen Wiesenbrand zu löschen, gefolgt von drei Schuttplatzbränden. Obwohl immer wieder Schreiben an die Gemeindeverwaltung gerichtet wurden, in denen auf die desolaten Zustände von Spritzenhaus und Ausrüstung hingewiesen wurde, kam es bei einem Nachteinsatz zu einer erheblichen Verzögerung, weil sich die Kameraden ihre Ausrüstung in völliger Dunkelheit heraussuchen mussten. Die kommende Zeit verlief unspektakulär. Die Wehr nahm an einigen geselligen Veranstaltungen teil. Im Februar 1955 stellte der langjährige Kommandant Hans Gies sen. Aus Altersgründen sein Amt zur Verfügung. Er wurde zum Ehrenkommandanten auf Lebenszeit gewählt, sein Nachfolger wurde Heinrich Bopp. Der Dodge musste Mitte der fünfziger Jahre wegen techn. Mängeln aus dem Verkehr gezogen werden, die Wehr erhielt zum Transport der TS 4 und der Mannschaft nun einen gebrauchten VW-Bus. Vor großen Problemen standen die Kameraden in den Sommermonaten, weil nicht genügend Löschwasser zur Verfügung stand. So titelte der Wiesbadener Kurier am 11. April 1956 „Georgenborn braucht besseren Brandschutz“. Die Lage entschärfte sich erst, als die Gemeinde aufgrund der beginnenden erheblichen Bautätigkeit Abhilfe schaffen musste. Nach und nach verbesserte sich auch die Situation im Spritzenhaus. Es wurde eine Zwischendecke eingezogen, das Tor wurde des Öfteren repariert. Der Nebenraum, der einstmals das „Bollesje“ beheimatete, wurde zu einem kleinen Versammlungsraum hergerichtet, so dass man die Versammlung nicht mehr in den Gaststätten abhalten musste. Neue Uniformen wurden angeschafft und am 4. Februar war der erste Probelauf der elektrischen Sirene, die bereits 1959 beantragt worden war. Diesem Probelauf folgten noch viele, denn ab sofort wurde an jedem ersten Samstag, um 12.00 Uhr die Funktion der Sirene getestet. Bei den Vorstandswahlen am 7. Januar 1961 trat der bisherige Kommandant ab, der neue Ortsbrandmeister war jetzt Kamerad Manfred Werner. Auch stand die Feier für das 50jährige Jubiläum der Wehr auf dem Programm. Diese fand hauptsächlich in der festlich geschmückten Turnhalle statt, Höhepunkt war eine Schauübung, bei der die Wehr ihre Schlagkräftigkeit unter Beweis stellte. Im Jahr 1962 galt es zwei Waldbrände und einen Kaminbrand zu bekämpfen und im Oktober rückte man aus, um einen Brand auf dem Schuttplatz, der sich im Triefenbergweg befand, dort, wo heute die Häuser Nummer 1 bis 7 stehen. Auch beteiligten sich einige Kameraden am 10. November an Ausbesserungsarbeiten, die von den Gemeindearbeitern an der Umleitungsstrecke über die Lochmühle zu erledigen waren. Die Umleitung war eingerichtet worden, weil die Straße von Georgenborn nach Schlangenbad wegen Bauarbeiten gesperrt war. In dieser Zeit stöhnte man unter heißen und besonders trockenen Sommern, die mit einem Wasser-mangel einher gingen. So pumpte die Wehr im Juni 1963 Wasser aus dem Reservoir von Schloss Hohenbuchau in das Gemeinde-Reservoir, um die Wasserversorgung sicher zu stellen. Zuvor, am 6. Mai, wurde die Wehr gleichzeitig zu zwei Waldbränden alarmiert, die parallel zu bekämpfen waren. Zum Jahreswechsel musste nun das Schloss Hohenbuchau einer weitläufigen Wohnbebauung weichen. Man nutzte die Gunst der Stunde, um am 13. Oktober noch einmal eine große Gemeinschaftsübung zu veranstalten, bei der auch die Kameraden der Schlangenbader Wehr Teil nahmen. Nur wenige Monate später war der prunkvolle Bau dem Erdboden gleich gemacht worden. 1964 bekämpfte die Wehr sehr schnell und effektiv einen Waldbrand im Frauensteiner Wald. Der Wiesbadener Oberbürgermeister Buch sah sich sogar veranlasst, der Wehr ein Dankschreiben und als weiteres Dankeschön 12 Flaschen Wein aus dem städt. Weinkeller zukommen zu lassen. Das Jahr verlief ansonsten ohne nennenswerte Ereignisse. Erwähnenswert ist, das zum Ende des Jahres der alte VW-Bus, trotz der intensiven und guten Pflege, nicht mehr über den TÜV kam. Verwunderlich war dies nicht, überliefert ist, dass der Wagenboden so durchgerostet sein musste, dass die Kameraden davon sprachen, man könne bei der Einsatzfahrt „mitlaufen“. Dennoch dauerte es noch bis 1966, bis ein neues Einsatzfahrzeug, Modell „Opel Blitz“ angeschafft wurde. Seitens der Gemeinde wurde jedoch die Bedingung gestellt, dass der Innenausbau des Fahrzeuges komplett von der Wehr vorgenommen werden musste, auch musste von der Wehrkasse eine moderne Pumpe, eine TS 8, angeschafft werden. Ende März 1967 war es dann soweit, dass die Auflagen soweit waren erfüllt um das Fahrzeug in Dienst nehmen zu können. Endgültig fertig gestellt war es dann im Frühjahr 1968, die Einweihung erfolgte am 25. Mai 1968. Endgültig fertig gestellt wurde das Fahrzeug allerdings erst 1975, als eine Vorbaupumpe angebracht wurde, wodurch das Fahrzeug offiziell zu einem „LF 8“ wurde. Der Grund, dass der Einbau der Pumpe erst so spät erfolgen konnte war keinesfalls in der Untätigkeit der Kameraden zu suchen. Vielmehr war es vorher nicht möglich gewesen, die Vorbaupumpe anzubringen, weil dann das Fahrzeug zu lang geworden und nicht mehr im Spritzenhaus unterzubringen gewesen wäre. Aber davon später mehr. Zwischenzeitlich, im August 1967 war wieder einmal ein Brand auf dem Schuttplatz zu bekämpfen, womit die Kameraden in den sumpfigen Wiesen einige Schwierigkeiten hatten. Es zeigte sich wieder einmal, dass die Anschaffung von Gummistiefeln unerlässlich war und Gott sei Dank wurde diese dann auch endlich bewilligt. Am 14. Juni 1968 nahm die Wehr an den Feierlichkeiten zum 10. Jubiläum der Gemeinde Schlangenbad Teil. Ein Fackelzug schlängelte sich durch die Straßen Schlangenbads. Auch halfen die Kameraden der Polizei bei der Regelung des Verkehrs und dem Einweisen der Fahrzeuge. Am 5. Oktober wurde eine Übung am Nonnenwaldweg, damals tatsächlich noch ein unbefestigter Waldweg, abgehalten. Brandobjekte waren zwei ausgediente Gartenhäuschen an der Ecke zur Unteren Trift. Im Januar 1969 wurde bei der Wahl Kamerad Willi Gies zum Wehrführer, der damals ja noch die Bezeichnung „Ortsbrandmeister“ trug, gewählt. Am 13. März rückte man zu einem Kellerbrand im Triefenbergweg 28 aus. Die Kameraden konnten nach kürzester Zeit „Feuer aus“ vermelden, die nachfolgenden Aufräumarbeiten nahmen deutlich mehr Zeit in Anspruch. Außer der Teilnahme am Feuerwehrfest in Bad Schwalbach ist in der nachfolgenden Zeit nichts viel zu vermelden, erst im April 1971 galt es wieder zwei Brände zu löschen, einen Waldbrand am Karfreitag, bei dem die nagelneuen Waldbrandpatschen zum ersten Mal zum Einsatz kamen und einen nicht näher bezeichneten Brand, der aufgrund der Tageszeit nur von vier Kameraden, aber dennoch sehr schnell gelöscht wurde. Am 3. Juni brannte es mal wieder auf dem Schuttplatz, nur einen Tag später stürzte durch Blitzschlag ein Baum auf ein Haus. Bei den Festivitäten zum 1000 jährigen Bestehen von Bärstadt nahmen die Kameraden am Festumzug Teil, anlässlich des 60. Jubiläums der Wehr selbst, wurde eine „Fahrt ins Blaue“ sowie eine kleine Feier, verbunden mit einer Einsatzübung, durch geführt. Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 1972 stellte ürgermeister Grein das Konzept des Neubaus eines modernen Gerätehauses mit sanitären Anlagen, Versammlungs- u. Schulungsraum vor. Schon zwei Jahre zuvor war das im alten Spritzenhaus zu Tage tretende Platzproblem thematisiert worden. Bei der Jahreshauptversammlung im März 1970 war dann zu hören „dass die Gemeinde zur Zeit ein Programm ausarbeitet, in dem auch dieses Problem gelöst wird“. Die Planungen sahen den Abriss des alten Rathauses sowie die Errichtung einer Bushaltestelle an dessen Stelle vor. Der Neubau des Gerätehauses sollte dahinter auf dem ehemaligen Schulhof erfolgen. Es folgten nun Ortsbesichtigungen, Begehungen und Diskussionen.

 

In der Versammlung vom 1. September 1973 erfuhr man, dass ein Bebauungsplan erstellt sei und vorerst einmal die Bodenplatte und die Wände betoniert würden. Bedingt durch immer wieder vorgenommene Planungsänderungen und sonstige widrige Umstände sollte die Wehr aber noch einige Jahre auf die so dringend benötigte neue Unterkunft warten müssen. Nachdem Kamerad Willi Gies sein Amt als Wehrführer in der Jahreshauptversammlung 1974 zur Verfügung stellte, wurde Kamerad Joachim Weitze als sein Stellvertreter gewählt. Zu diesem Zeitpunkt wusste man natürlich noch nicht, dass dieser Kamerad der Wehr insgesamt 27 Jahre vorstehen und erst, als mittlerweile dienstältester Wehrführer weit und breit, 2001 in den Ruhestand entlassen würde. Im gleichen Jahr legten Kameraden der Wehr zusammen mit der Gemeinde den Kinderspielplatz in Georgenborn an. Wie schon durch ähnliche Aktionen zuvor ist hierdurch ersichtlich, dass sich die Wehr nicht nur durch die reine Diensttätigkeit für das Gemeinwohl einbrachte, eine Eigenschaft, die bis heute erhalten geblieben ist und sich durch verschiedenste Aktionen immer wieder unter Beweis gestellt wurde. Wie ein roter Faden zogen sich die Reklamationen und Verzögerungen beim Neubau des Gerätehauses durch die Jahre. Im Winter 1974/1975 stand schon mal der Rohbau – und wurde gleich seitens der Gemeinde als Streusalzdeponie missbraucht. Bei der Jahreshauptversammlung am 15. Februar 1975 war von Bürgermeister Grein zu hören, dass man sich „vergallopiert“ habe und der Bau an und für sich bereits 1974 fertig sein sollte. Er äußerte die Hoffnung, dass im laufenden Jahr zügig weiter gehe. In der Versammlung vom 8. November erfuhren die Kameraden, dass mittlerweile die Elektroarbeiten abgeschlossen seien und die Fertigstellung des Gebäudes unmittelbar bevor stünde. Nun war es auch für die Kameraden an der Zeit aktiv zu werden. Manche Arbeitsstunde war nötig, um die Decke über dem Sanitärbereich abzuhängen und den Innenausbau zu erledigen. Zudem erhielt man Anfang 1976 einen Pritschenwagen, wie auch das LF 8 Marke „Opel Blitz“ geschenkt. Der Wagen war zuvor als Schrottfahrzeug im Einsatz und befand sich in einem entsprechenden Zustand. Der Wagen passte als zweites Fahrzeug in die große Halle und sollte als Transporter für die vielen im Einsatz benötigten Gerätschaften, die keinen Platz im LF8 finden konnten, dienen. In unzähligen Stunden wurde das Auto entrostet und neu lackiert – die Farbe spendete der Besitzer des Lokals „Zur schönen Aussicht“ und nach und nach seinem Zweck entsprechend umgestaltet. Endlich, 1976, konnte die Jahreshauptversammlung erstmals im Versammlungsraum des neuen Gerätehauses statt finden. Sechs Jahre waren bis zu diesem Moment durch Planungen und Bauzeit verstrichen. Endlich waren die Möglichkeiten gegeben, die Arbeit der Wehr effektiver zu gestalten. Alle Ausrüstungsgegenstände sollten hier ihren festen Platz erhalten, die theoretische Ausbildung konnte aufgrund der räumlichen Gegebenheiten intensiver erfolgen. Der Gemeinde wurde von Herzen gedankt und im Protokollbuch ist der folgende Eintrag zu finden: „anschließend wurde von den Kameraden die inoffizielle Übernahme des neuen Gerätehauses in althergebrachter Weise mit Ausdauer gebührend gewürdigt“. Viele, viele Arbeitsstunden mussten noch geleistet werden, um das Gerätehaus dem Bedarf anzupassen. Der Hallenboden musste gestrichen werden, eine kleine Werkstatt für Reparaturen wurde eingerichtet. Am 23. Oktober 1976 wurde dann das neue Gerätehaus im Rahmen eines „Tag der offenen Tür“ offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Inbetriebnahme des neuen Gerätewagens ließ leider noch etwas auf sich warten, obwohl die Arbeiten zügig voran gingen. Die Abnahmje durch den TÜV erfolgte dann im Februar 1977. Am 5. März des gleichen Jahres erfolgte eine Alarmierung zu einem Brand in der Schlossallee, wo eine Fritteuse in Brand geraten war. Am Knusperhäuschen bekämpfte man zusammen mit der BF Wiesbaden einen Waldbrand, ein paar Tage später brannte der Wald oberhalb des Pförtnerhauses. Im August nahm man an den Feierlichkeiten zum 100jährigen Jubiläum der Feuerwehr Schlangenbad Teil. Nachdem lange Zeit über das Für und Wider einer Jugendfeuerwehr debattiert hatte, entschloss man sich dann doch, eine solche Abteilung ins Leben zu rufen. Am 14. Januar folgte die Gründung der Jugendfeuerwehr. Die Gründungsmitglieder waren: Anderhub, Jost; Anderhub, Marc; Dethloff, Bernd; Diefenbach, Christoph; Dworak, Klaus; Eckert, Daniel; Hinz, Michael; Seidel,Thomas und Sieber, Frank Jugendwart wurde Kamerad Helmut Gies. Die Jugendfeuerwehr bot den Jugendlichen im Ort ein vielfältiges Angebot. Außer der wichtigen Brandschutzerziehung und –ausbildung waren auch attraktive Freizeitaktivitäten, wie Zeltlager, Nachtwanderung, Ausflüge usw. auf dem Programm, Die Jugendfeuerwehr hat bis heute nichts von ihrer Attraktivität und Popularität eingebüßt, viel Nachwuchs konnte so rekrutiert und in die Einsatzabteilung übernommen werden. Nicht von ungefähr waren der heutige Wehrführer sowie sein Stellvertreter einstmals Mitglieder der Jugendfeuerwehr gewesen. 1979 kam es dicht nacheinander zu zwei unangenehmen Einsätzen im Nonnenwaldweg, wo nach Unwettern die Wohnungen durch fäkalienhaltiges Abwasser überschwemmt wurden. Die Wehr verteilte hier u. a. 148 von der Jugendfeuerwehr frisch gefüllte Sandsäcke an die betroffenen Bürger. Die nächsten nennenswerten Aktivitäten datieren aus dem Jahr 1982, wo man einen Ausflug nach Heidelberg unternahm, Auf der Heimreise machte man Station bei der FF Geisenheim, die ihr 110jähriges Jubiläum beging. Den Kameraden aus Niedergladbach stattete man anlässlich deren 50 jährigen Jubiläums ebenfalls einen Besuch ab. Das gleiche folgte ein Jahr später bei der FF in Hausen. Kurz vor Weihnachten 1983 brach ein Brand im Dachgeschoss eines Wohnhauses im Dillenbergweg aus, welcher zwar relativ rasch gelöscht wurde, aber auch hier waren umfangreiches Aufräumen vonnöten. Auch von der Jugendfeuerwehr sind Berichte in den Protokollbüchern zu finden, so stifteten einige Kameraden 1982 für die Jugendfeuerwehr einen eigenen Wimpel. Neun Mitglieder der Jugendabteilung konnten in diesem Jahr bei Wettkämpfen in Geisenheim die Leistungsspange, die höchste Auszeichnung der Jugendfeuerwehren, erringen. 1984 ist nur ein größerer Einsatz in den Büchern zu finden, wobei es sich um einen Waldbrand am Forsthaus handelte. Auch wurden die Nachbarwehren in Obergladbach und Wambach zu deren 50jährigen Jubiläen sowie die Bärstadter Wehr zu ihrem 60jährigen besucht. 1985 wurde ein gebrauchter VW-Bus zur Mannschaftsbeförderung sowie für Zwecke der Jugendfeuerwehr aus Vereinsmitteln erworben. Auch dieses Fahrzeug wurde in vielen Stunden hergerichtet und neu lackiert. 1986 jährte sich die Gründung der FF Georgenborn zum 75. Mal. Dieser Anlass sollte mit einem großen Fest gebührend gefeiert werden, bereits gut fünf Jahre zuvor hatte man diesbezüglich einen Festausschuss ins Leben gerufen, der das Fest bis in kleinste Detail plante und realisierte. Zu dieser Zeit befand sich Jim Watson, ein Angehöriger der amerikanischen Streitkräfte, als aktiver Kamerad in der Wehr. Dieser Verbindung hatte die Wehr einiges zu verdanken. So organisierte z. B. Laura, die Ehefrau des Kameraden, kurzerhand einen Militär-LKW, um die Ausrüstung der Jugendfeuerwehr in ein Zeltlager zu befördern. Kamerad Jim Watson war auch einer der Höhepunkte des Festes, der Absprung von Fallschirmspringern aus Helikoptern über Georgenborn, zu verdanken. Sicher werden sich noch viele Georgenborner Bürger an das wunderschöne Fest erinnern. Es fand auf dem Sportplatz in einem großen Festzelt statt. Kameraden anderer Wehren sowie Spielmannszüge durchliefen bei einem festlichen Umzug in schmucken Uniformen unseren festlich geschmückten Ort. Besonders zu erwähnen ist hier die Blaskapelle aus Stuhlfelden in Österreich, deren Mitglieder bei den Feuerwehrkameraden privat untergebracht waren und zu denen noch heute ein netter Kontakt gepflegt wird. Im Zuge der Feierlichkeiten überraschte Kamerad Carl Hoffrichter die Wehr mit einer Feuerwehrfahne, die er selbst in jahrelanger Handarbeit hergestellt hatte. Bislang hatte die Wehr keine Fahne besessen. Bei einer ökumenischen Feier am 19. September wurde diese Fahne geweiht und begleitet die Kameraden seitdem zu vielen offiziellen Anlässen. Die Schauübung anlässlich des 75-Jährigen Jubiläums Aber nicht nur das Jubiläumsfest beschäftigte die Kameraden in diesem Jahr, natürlich gab es noch weitere Aktivitäten sowie einige Einsätze zu bewältigen. So veranstaltete man in diesem Jahr wieder ein Maifest, dessen Erlös der Aktion Sorgenkind zu Gute kam. Traditionell besuchte man den Frühschoppen beim Tag der offenen Tür der FF Rauenthal. Im November nahm man an der feierlichen Einweihung des neuen Löschfahrzeuges in Bärstadt teil. Die Jahresabschlussfeier fand wieder in der Turnhalle statt, allerdings mit einer Besonderheit, denn ein aus den eigenen Reihen kurzfristig rekrutierter Chor sang ein Weihnachtslied. Überdurchschnittlich oft, nämlich 28 Mal, musste die Wehr zu Insekteneinsätzen ausrücken. Anfang August galt es ein brennendes Fahrzeug auf der Straße nach Frauenstein zu löschen und man rückte aufgrund eines Wasserschadens im Gerstenweg sowie im Herbst aufgrund mehrerer Sturmschäden aus. 1987 ging es dann wieder etwas ruhiger zur Sache. Die turnusmäßige Neuwahl des Vorstandes bei der Jahreshauptversammlung brachte keine Überraschungen, denn der bisherige Vorstand wurde ausnahmslos wiedergewählt. Wehrführer und Vereinsvorsitzender blieb weiterhin Joachim Weitze, sein Stellvertreter in beiden Positionen blieb Horst Barth. Kassenwart blieb weiterhin Wolfgang Müller, sein Stellvertreter blieb Hans-Günther Schleining, der Schriftführer Carl Hoffrichter und Beisitzer Leo Beck. Auch nahm man wieder an einigen Geselligkeiten teil. Man besuchte die FF Niederwalluf anlässlich deren 60. Jubiläums und nahm im August an den Festlichkeiten anlässlich des 110-Jährigen Jubiläums der FF Oberwalluf teil. Im Mai machten die Kameraden einen Ausflug in den Holiday-Park in Hassloch in der Pfalz, die Jahresabschlussfeier fand wiederum in der Turnhalle statt. Zu einem besonders tragischen Einsatz wurde die Wehr Ende März in die Mainstraße gerufen. Hier war es in einer Küche zu einer Gasverpuffung gekommen, bei der sich die Bewohnerin so schwerwiegende Verbrennungen zuzog, dass sie kurz darauf im Krankenhaus verstarb. Die Insekteneinsätze gingen in diesem Jahr deutlich zurück, ganze elf Mal rückten die Kameraden zur Beseitigung von Wespennestern aus. Etliche Hilfeleistungen standen auf dem Programm, so im Februar bei einem Wasserschaden durch Undichtigkeiten im Dach der Turnhalle, im Mai bei einem Wasserschaden im Kornweg, im Oktober desgleichen in der Unteren Trift sowie im März bei einem undichten Gastank in der Schlossallee. Im September kam es zu einer spektakulären Tierrettung einer Katze von einem Baum am Friedhof, über die auch der Wiesbadener Kurier exklusiv berichtete. Im November galt es eine Katze von einem Hausdach in der Schlossallee zu bergen und der Herbst brachte zwei Einsätze infolge Sturmschäden.

 

Im folgenden Jahr, 1988 hatte das Löschfahrzeug der Wehr bei einer Fahrt zur Jugendfeuerwehrgemeinschaftsübung eine Panne und musste abgeschleppt werden. Der Keilriemen war gerissen und die Ersatzbeschaffung zeigte, dass es mit der Ersatzteilversorgung des in die Jahre gekommenen Fahrzeuges nicht mehr zum Besten stand. Im Mai besuchte man die Tage der offenen Türen der Wehren Ober- u. Niedergladbach, im Juni stand wieder der Besuch bei der FF Rauenthal auf dem Programm. Die Georgenborner Jugendfeuerwehr feierte ihr 10-Jähriges Jubiläum mit Unterstützung der Kameraden. Besonders zu erwähnen ist in diesem Jahr die dreitägige Fahrt zur Teilnahme am Jubiläum der befreundeten Feuerwehr in Stuhlfelden in Österreich. Im Januar kam es zu einem Einsatz aufgrund eines Sturmschadens, Nachfolgend rückte die Wehr zu drei Hilfeleistungen im Schlosspark, am Forsthaus und im Georgsweg aus. Im August galt es einen kleineren Waldbrand Richtung Knusperhäuschen zu bekämpfen, im September brannte der Wald Richtung Frauenstein. Zur Wespenbekämpfung musste die Wehr nur noch sieben Mal ausrücken. Wie den Protokollbüchern zu entnehmen ist, verlief das Jahr 1989 relativ ruhig. Im Juni besuchte man das Musikfest der Spielmannszüge in Bad Schwalbach sowie den Frühschoppen beim Tag der offenen Tür der FF Rauenthal. Im Sommer wurde für die Kameraden der Wehr ein Grillfest veranstaltet, die Jahresabschlussfeier fand wieder in der Turnhalle statt. Nach wie vor sind die geleisteten Einsätze in den Protokollbüchern festgehalten, allerdings mitunter in nüchternem „Amtsdeutsch“. So ist dem Protokollbuch zu entnehmen, dass die Wehr zu insgesamt dreißig Einsätzen ausrückte, davon ein Kleinbrand A, zwei Kleinbrände B, zwei Mittelbränden, dreizehn Hilfeleistungen und zwölf Insekten- bzw. Tiereinsätze. Im Jahr 1990 waren ebenfalls einige Geselligkeiten angesagt. Im Januar besuchte man die FF Obergladbach zur Einweihung des neuen Feuerwehrfahrzeuges (TSF). Im Mai nahm man am Festumzug des Kreisfeuerwehrverbandes sowie am Festumzug der FF Taunusstein-Wehen anlässlich deren 100-Jährigen Jubiläums teil und besuchte den Tag der offenen Tür der FF Niedergladbach. Auch veranstaltete die Georgenborner Wehr selbst im Mai ein sog. „Maikäfer“-Fest und besuchte die Einweihung des neuen Löschfahrzeuges der Nachbarwehr in Schlangenbad. Im August machte man einen Ausflug im kleinen Rahmen und wanderte im Kreis der Kameraden nach Kiedrich. Für den kleinen Rahmen hatten sich die Kameraden entschieden, da man eisern für den neuen Gerätewagen sparen musste. Es handelte sich um einen Mercedes-Rundhauber, der einstmals Einsatzfahrzeug der Elbtunnel-Feuerwehr in Hamburg gewesen war. Das Fahrzeug wurde als „Restbestand“ bei einer Firma, die einen Handel mit gebrauchten Feuerwehrfahrzeugen betrieb, diesen aber mittlerweile aufgegeben hatte, entdeckt. Besonders interessant waren der eingebaute Wassertank mit einem Volumen von 1.800 Litern, die Seilwinde sowie der ausfahrbahre Lichtmast. Obwohl der LKW noch einen hohen Restwert hatte, entschloss sich der in einem Schlangenbader Ortsteil lebende Besitzer, ihn nicht zu verkaufen, sondern der Feuerwehr Georgenborn zu spenden. Nach umfangreichen Arbeiten war das Fahrzeug im Juni durch den TÜV und zugelassen worden. Am 8. September 1990 erfolgte die feierliche Inbetriebnahme, das Fahrzeug erhielt den Funknamen „Florian Georgenborn 59“ und trägt vereinsintern den Namen „Büffel“. Die Wehr rückte im Verlauf des Jahres zu zehn Brandeinsätzen, bei denen kleinere und mittlere Brände zu bekämpfen waren, aus. Besonders hoch waren in diesem Jahr auch wieder die Einsätze zur Insektenbekämpfung. Insgesamt 36 Mal waren hier die Kameraden gefordert. 34 Einsätze waren darüber hinaus aufgrund von Sturmschäden zu bewältigen. Auch wenn sich diese Zahlen recht nüchtern präsentieren, war doch in diesem Jahr herausragendes geleistet worden. Mitte Mai war es zu einem großflächigen Waldbrand unterhalb des Friedhofes gekommen, mit dessen Bekämpfung die Kameraden der Wehr überfordert waren. Unterstützung kam nicht nur von den Kameraden aus Schlangenbad. Aufgrund der Ausdehnung und der raschen Ausbreitung des Brandes eilten darüber hinaus noch Kameraden der Berufsfeuerwehr aus Wiesbaden sowie der Freiwilligen Feuerwehren aus Wbn.-Dotzheim, Wbn.-Kloppenheim und Wbn.-Schierstein zur Bekämpfung des Brandes herbei. Auch die exorbitante Anzahl von Einsätzen aufgrund Sturmschäden hatte eine wohl nicht vergessliche Ursache. In der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März 1990 wütete der Orkan „Wiebke“ mit bisher nicht gekannten Windgeschwindigkeiten über Deutschland und natürlich zog er auch über Georgenborn. Die Hilfeleistungen waren gar nicht so schnell zu bewältigen, wie sie von der Leitstelle gemeldet wurden. Unterstützung war keine zu erwarten, da in der gesamten Gegend sämtliche Wehren ebenfalls im Einsatz waren. So gab es nur die Möglichkeit, einen Einsatz nach dem anderen abzuarbeiten. Die Kameraden der Georgenborner Feuerwehr waren insgesamt 18 (!) Stunden mit den Einsätzen beschäftigt. Ein Stück der Kette einer Motorsäge befindet sich noch heute in der Vitrine im Versammlungsraum der Wehr und erinnert an diesen denkwürdigen Tag. Wie in den vorangegangenen Jahren auch, gab es im 1991 einige gesellige Veranstaltungen. Im Januar besuchte man die feierliche Einweihung des Gerätehauses der FF Obergladbach. Gemeinsam mit der FF Wambach besuchte man die Feierlichkeiten anlässlich des 130-Jährigen Jubiläums der FF Martinsthal. Höhepunkt war ein dreitägiger Ausflug nach Willingen im Sauerland. Im September veranstaltete man selbst wieder einen Frühschoppen und einen Tag der offenen Tür. Ein Wandertag, der Adventsbasar sowie die Jahresabschlussfeier, diesmal zum ersten Mal im kath. Gemeindezentrum St. Marien, rundeten die Geselligkeiten ab. Aber auch personelle Veränderungen ergaben sich in diesem Jahr. Die Dienstzeit des Kameraden Jim Watson bei der US-Armee endete am 30. Juli und Jim musste die Heimreise antreten. Da zwischen ihm und den hiesigen Kameraden richtige Freundschaften entstanden waren, wurde der Kamerad eher traurig verabschiedet und bis heute wird der Kontakt zu Jim und seiner Frau Laura aufrechterhalten. Einsätze galt es natürlich ebenfalls zu bewältigen. Die Wehr rückte zu insgesamt drei Bränden, zu einem Sturmschaden, zu zwei techn. Hilfeleistungen und zu 35 Einsätzen in Verbindung mit Insekten bzw. Tieren aus. Wie den Aufzeichnungen zu entnehmen ist, handelte es sich bei der einen techn. Hilfeleistung um einen Autounfall auf der Frauensteiner Straße. In 1992 begann der gesellige Betrieb im Februar mit der Einweihung des neuen Feuerwehrfahrzeuges in Niedergladbach. Für die Kameraden wurde wieder ein Grillfest auf dem Sportplatz veranstaltet. Höhepunkt des Jahres war die Inbetriebnahme des neuen Löschfahrzeuges, welches am 25. September feierlich eingeweiht wurde. Etwas wehmütig musste man feststellen, dass die Wehr nunmehr über kein Fahrzeug mit einem SWA-Kennzeichen mehr verfügte. Ab sofort waren auch in der FF Georgenborn die Kennzeichen mit Aufschrift RÜD der Stand der Dinge, ein Umstand, mit dem man sich zunächst nicht so recht anfreunden konnte. Am 30. u. 31. Oktober brachte man das bisherige Löschfahrzeug, Modell Opel Blitz, zur FF in Saalburg in Thüringen, wo das Fahrzeug noch einige Jahre genutzt wurde. Mit der Veranstaltung des Adventsbasars sowie der Jahresabschlussfeier für die Kameraden, wieder im Kirchenzentrum St. Marien, klang das Jahr aus. Das neue Läschfarhzeug, LF 8/6 bei seiner ferierlichen Einweihung Im Laufe des Jahres bewältigten die Kameraden der Wehr 42 Einsätze. Es handelte sich um zwei Brände, drei Hilfeleistungen in Folge von Wasserschäden, fünf techn. Hilfeleistungen sowie 32 Insektenbekämpfungen. Im Februar hatte sich ein Kind in einem Haus im Karlsbader Weg eingeschlossen, kurz darauf im März, passierte dem gleichen Kind das gleiche Missgeschick ein weiteres Mal. Im Oktober kam es in den frühen Morgenstunden zu einem schweren Verkehrsunfall in Höhe der Neumühle, die in das Unfallgeschehen verwickelten Fahrer erlitten teilweise schwerste Verletzungen. Ein Jahr später standen bereits wieder Vorstandswahlen auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung. Denjenigen, die diesen Rückblick bis hierher aufmerksam studiert haben, ist sicher aufgefallen, dass man bei der Georgenboner Wehr kein besonders großes Interesse an personellen Veränderungen hatte. Dieser Umstand bestätigte sich auch 1993 wieder. Joachim Weitze und Horst Barth, bisher Wehrführer und Vereinsvorsitzender bzw. Stellvertreter, wurden einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Auch der erste und der zweite Kassierer, Wolfgang Müller und Hans-Günther Schleining, der Schriftführer, Carl Hoffrichter sowie der Beisitzer, Leo Beck wurden einstimmig wiedergewählt. Eine kleine Änderung gab es dann doch. Jugendwart blieb Helmut Gies, als neue Vertreter wurden nun die Kameraden Alexander Barth und Uwe Reiche ernannt. Einsätze gab es ebenfalls wieder etliche zu bewältigen. Mehrere Brände galt es im Laufe des Jahres zu bekämpfen, so ein Kaminbrand im Georgsweg, ein kleiner Waldbrand im Staatswald, ein Keller- und Saunabrand mit Unterstützung der Kameraden aus Schlangenbad, ein Küchenbrand durch überhitztes Fett im Kornweg, ein brennendes Wohnmobil auf einem Waldweg, ein Wohnzimmerbrand in der Mainstraße sowie ein brennendes Badezimmer in der Oberen Trift. Hierbei handelte es sich wieder um ein besonders tragisches Ereignis. Der betagte Bewohner eines Hauses in der Oberen Trift war offenbar mit brennender Zigarette auf der Toilette eingeschlafen. Die Zigarette setzte zunächst seine Kleidung sowie nachfolgend das gesamte Badezimmer in Brand. Der Bewohner erlitt so schwerwiegende Verletzungen, dass er kurz darauf verstarb. Außer zu den Bränden rückte man aufgrund eines Wasserrohrbruches in der Weiherallee aus. Dieser Einsatz erfolgte unter schwierigen Bedingungen, da sämtliche Straßen stark vereist waren. Weitere Wasserschäden machten Einsätze erforderlich, so in der Mainstraße, im Kornweg, am Hohen Wald sowie im Nonnenwaldweg. Darüber hinaus waren noch ein Sturmschaden in der Schloßallee sowie ein umgestürzter Baum, der auf die L 3038 ragte, zu vermelden. Nicht zu vergessen sind die üblichen Einsätze zur Insektenbekämpfung, immerhin 16 an der Zahl.

 

Es gab auch wieder etliche Gelegenheiten, sich von dem harten Feuerwehrdienst zu erholen. So wurde im Juni ein dreitägiger Ausflug nach Waischenfeld in der fränkischen Schweiz veranstaltet. Ebenfalls im Juni machte man sich zu einem Wandertag in den Rheingau auf, in dessen Verlauf man den Kameraden der Feuerwehr in Kiedrich, die gerade Jubiläum feierten, einen Besuch abstattete. Im gleichen Monat stand auch ein Besuch der Feuerwehr Laufenselden, die ihr 100-Jähriges Jubiläum beging, auf dem Programm. Im Juli feierte die Feuerwehr Bleidenstadt ebenfalls ihr 100-Jähriges, hier nahm man am Jubiläumsumzug teil. Die eigene Jugendfeuerwehr feierte ihr 15-Jähriges Jubiläum und die Veranstaltung eines Frühschoppens im September und des mittlerweile recht beliebten Adventsbasars rundeten die geselligen Aktivitäten ab. Wie Selbstverständlich gab es auch in diesem Jahr eine Jahresabschlussfeier, wo diese allerdings stattfand, ist dem Protokollbuch leider nicht zu entnehmen. Im folgenden Jahr ging es offenbar wieder etwas ruhiger zu. Das Protokollbuch gibt zwar Aufschluss über die Einsätze, es waren dies fünf Brände, zwölf Hilfeleistungen und zehn Insektenbekämpfungen, aber die Einsätze waren offenbar völlig unspektakulär. Im Juni wurde wieder ein Wandertag mit anschließendem Grillfest auf dem Sportplatz veranstaltet. Den Kameraden in Wambach stattete man einen Besuch zu ihrem Frühschoppen anlässlich des 60-Jährigen Jubiläums ab. Die Georgenborner Wehr selbst veranstaltete im September wieder einen Tag der offenen Tür und einen Frühschoppen. Die Jahresabschlussfeier fand in der Turnhalle statt. Höhepunkt des Jahres 1994 war sicher das große Jubiläumsfest anlässlich des 300-Jährigen Jubiläums von Georgenborn. Hauptsächlich fand das Fest auf dem Sportplatz statt. Zur Vorbereitungen hatten sich u .a. Feuerwehr, Ortsbeirat und Sportverein zusammengetan. Die Feuerwehr selbst managte nicht nur den Getränkeverkauf, sondern war auch maßgeblich an den Vorbereitungen sowie den Vor- und Nacharbeiten beteiligt. Schon freitags begannen die Feierlichkeiten mit der Aufführung eines Theaterstücks in der Turnhalle. Dort zeigte Daniel Eckert über die übrigen Tage auch eine kleine Auswahl seiner Sammlung historischer Ansichtskarten, Fotos und Dokumenten von Georgenborn. Samstag und Sonntag feierte man noch zwei ganze Tage lang. Alles ihn allem war es ein gelungenes Fest, an dass sich die Georgenborner sicherlich noch lange wohlwollend erinnern werden. Große Probleme bereitete die immer wieder vom Dach her ins Gerätehaus eindringende Feuchtigkeit. Das Wasser lief regelrecht an den Wänden herunter. Es bedurfte allerdings Reklamationen und Schriftverkehr über Jahre hinweg, bevor sich die Gemeindeverwaltung entschloss, auf das Dach des Gerätehauses drei Wohnungen zu bauen. Hiermit wären den Undichtigkeiten ein Ende gesetzt und gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum geschaffen, womit Georgenborn leider wenig gesegnet war und ist. Von der Vorstellung des Projektes bis zum Beginn der Bauarbeiten 1994 waren bereits einige Jahre ins Land gegangen, bis zur Fertigstellung der Wohnung sollte es allerdings trotzdem noch einige Zeit dauern. Da auch in Georgenborns 301. Jahr der Feuerwehrbetrieb weiterging, gab es auch 1995 wieder etliche Einsätze zu bewältigen. Insgesamt sieben Brandbekämpfungen, ein unter Wasser stehender Keller, zwei Verkehrsunfälle, eine Ölspur, eine Türöffnung, ein Sturmschaden an der Frauensteiner Straße sowie 27 Insektenbekämpfungen hielten die Wehr auf Trab. Auch die geselligen Aktivitäten kamen nicht zu kurz. Man besuchte die Jubiläen der Jugendfeuerwehren in Wambach und Bärstadt und nahm an der feierlichen Einweihung des Wambacher Gerätehauses sowie an der Vorführung des Wambacher Gerätewagens teil. Im Juni veranstalteten die Kameraden wieder einen Wandertag, im September einen Frühschoppen und zur Jahresabschlussfeier begab man sich in die Turnhalle. Zwei besondere Momente für die Kameraden sind im Protokollbuch festgehalten: Kamerad Jim Watson, der sich mit seiner Frau Laura auf Deutschland-Urlaub befand, traf mit seinen ehemaligen Kameraden zu einer Wiedersehensfeier an der Grillhütte zusammen. Am 28. September jährte sich die Mitgliedschaft des Ehrenmitglieds Heinz Grein zum 50. Mal. Aus diesem Anlass zog man mit einem Fackelzug zum Wohnhaus des Kameraden und überbrachte ihm ein Präsent. Der als Mannschaftswagen sowie für die Jugendfeuerwehr genutzte VW-Bus, den die Wehr zehn Jahre zuvor in stark gebrauchtem Zustand aus Vereinsmitteln angeschafft hatte, war mittlerweile so sehr in die Jahre gekommen, dass ihm vom TÜV die Plakette verweigert wurde. Da das Fahrzeug häufig genutzt wurde und eine Ersatzbeschaffung somit sehr dringend erfolgen musste, machte man sich auf die Suche nach einem Nachfolger. Hier kam der Wehr zu Gute, dass man bei der vorjährigen 300-Jahrfeier doch einigen Überschuss erwirtschaftet hatte, ansonsten wäre die Ersatzbeschaffung nicht möglich gewesen. Man wurde auch relativ rasch fündig und erstand ein gebrauchtes Fahrzeug Marke Mercedes-Benz, Typ 207. Dieses musste zunächst aufwendig für die neuen Anforderungen hergerichtet werden. Dies geschah wieder in vielen Arbeitsstunden, in denen das Fahrzeug innen verkleidet, mit Sitzbänken versehen und lackiert wurde. Umfangreiche technische Unterstützung erhielten die Kameraden durch Herrn Rolf Muth, Inhaber des gleichnamigen Autohauses in Holzhausen an der Haide. Bald konnte der Wagen, in technisch einwandfreiem Zustand und zudem feuerwehrtechnisch ausgestattet, in Dienst genommen werden. Im kommenden Jahr wurden endlich die Wohnungen auf dem Dach des Gerätehauses fertiggestellt und bezogen. Während der von mehreren Baustopps in die Länge gezogenen Bauarbeiten war es immer wieder zu Schwierigkeiten gekommen. So wurde bei der Planung z. B. die Entlüftung der Toiletten des Gerätehauses vergessen. Die eigens eingebaute Zisterne konnte aufgrund befürchteter Abrechnungsschwierigkeiten mit den Mietern der Wohnungen letztendlich gar nicht genutzt werden, so dass man sich kurzerhand entschloss, die Toiletten des Gerätehauses an die Zisterne anzuschließen, wodurch sich die sanitären Räumlichkeiten für einige Zeit in eine Baustelle verwandelten. Allerdings war festzustellen, dass die Undichtigkeiten des Daches tatsächlich endlich behoben waren, man hatte jedoch mittlerweile mit von der Seite des Gerätehauses eindringender Feuchtigkeit zu kämpfen. Was die Einsätze anbetraf, war 1996 ein relativ ruhiges Jahr für die Wehr. Die Kameraden mussten zu drei Brandeinsätzen, vier Hilfeleistungen, zwei techn. Hilfeleistungen sowie zu sechs Insektenbekämpfungen ausrücken. Geselligkeiten gab es in gewohnter Manier. Man nahm am 10-Jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr Obergladbach sowie an der feierlichen Inbetriebnahme eines Mannschaftswagens der Kameraden in Bärstadt teil. Der Wandertag wurde mittlerweile fester Bestandteil des Dienstplanes, im Anschluss daran veranstaltete man ein Grillfest in der Grillhütte auf dem Sportplatz. Das 20-Jährige Jubiläum des Einzuges in das Gerätehaus wurde mit einer kleinen Feier begangen. Zum Jahresabschluss unternahm man diesmal einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt in Michelstadt im Odenwald. Höhepunkte waren sicherlich auch das 25. Dienstjubiläum von Kamerad Hans Seidel sowie die 50-Jährigen Vereinsjubiläen der Kameraden Karl-Heinz Gies und Johann Schleining. 1997 standen turnusmäßig Vorstandswahlen auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung. Wehrführer und Vereinsvorsitzender blieb Joachim Weitze, sein Stellvertreter in beiden Ämtern Horst Barth. Erster Kassenwart blieb Wolfgang Müller, zu seinem Stellvertreter wurde Bernd Uebele gewählt. Schriftführer blieb Carl Hoffrichter. Als neugewählte Beisitzer zogen Mario Bredel und Thomas Seidel in den Vorstand ein. Zum neuen Jugendwart wurde Alexander Barth, zu seinem Stellvertreter Uwe Reiche ernannt. Der bisherige Jugendwart, Helmut Gies, genannt „Finch“, der die Jugendfeuerwehr vor 19 Jahren mit ins Leben gerufen hatte und seitdem ununterbrochen das Amt des Jugendwartes ausgeübt hatte, legte nun das Zepter in jüngere Hände. Helmut Gies, der in den langen Jahren seiner Amtszeit wertvolle Arbeit geleistet hatte, verabschiedete sich mit ein paar launigen Worten und mit dem Bewusstsein, dass seine Nachfolger ihre Arbeit in seinem Sinne weiterführen würden. Die Einsätztätigkeit kann man über das Jahr gesehen als gemäßigt bezeichnen, Insgesamt rückte die Wehr zu neun Brandbekämpfungen, sieben Hilfeleistungen, einer techn. Hilfeleistung sowie drei Insektenbekämpfungen aus, hinzu kamen noch zwei Fehlalarmierungen. Besonders zu erwähnen sind zwei Verkehrsunfälle, die sich Ende April kurz hintereinander ereigneten und bei denen es zu Personenschäden kam. Im Sommer konnte man die Fertigstellung des alten Spritzenhauses, welches innen vollkommen neu gestaltet und renoviert worden war, mit einer kleinen Feierlichkeit begehen, unternahm einen Ausflug in den Soonwald und es gab wieder einen Wandertag. Am 9. September besuchte eine Abordnung der Wehr das Ehrenmitglied Alfred Schüchen anlässlich dessen 90. Geburtstages und überbrachte ein Präsent. Ebenfalls im September wurde wieder ein Frühschoppen und in der Adventszeit ein Advents-Kaffee veranstaltet. Den Jahresabschluss feierte man in diesem Jahr wieder im Gemeindezentrum St. Marien, wobei der Höhepunkt sicher ein Auftritt einer Gruppe von Bänkelsängern war. Bei diesen handelte es sich um Kameraden der Wehr, die zu den Klängen einer Drehorgel ihre Texte intonierten. Bei der Versammlung am 1. Nov. wurde auf Antrag eines Kameraden der Beschluss gefasst, während der offiziellen Versammlung nicht mehr zu Rauchen. Mittlerweile ist das nichts Ungewöhnliches mehr, nunmehr ist ja das Rauchen zu allen Zeiten und im gesamten Gerätehaus untersagt, zum damaligen Zeitpunkt waren die Kameraden der Wehr der Zeit allerdings ein deutliches Stück voraus. Konnte man, wie oben erwähnt, 1997 die Einsatztätigkeit als gemäßigt bezeichnen, kann man darüber im Folgejahr keine besonderen Angaben machen. Dem Protokollbuch ist bzgl. des Jahres der Eintrag „neben diversen Brandeinsätzen, Hilfeleistungen und techn. Hilfeleistungen waren wiederum sechs Insekteneinsätze zu leisten“ zu entnehmen. Dennoch ist in den Protokollen der monatlichen Versammlungen ein spektakulärer Einsatz im April enthalten, als sich nächtens in Wambach ein Bagger selbstständig machte und in ein Wohnhaus rollte, welches nicht unerheblich beschädigt wurde. Benötigt wurde bei diesem Einsatz nur der Gerätewagen, sodass der Wehrführer, der telefonisch alarmiert wurde, ganz allein ausrückte. Da diese Vorgehensweise jeglichen Regelungen widersprach, hatte er bei der besagten Versammlung einigen Tadel einstecken müssen. Im Mai veranstalteten die Schlangenbader Feuerwehren eine Wanderung zur Dreispitz in Bärstadt, wo man anschließend grillte und sich an kühlen Getränken und leckeren Speisen labte. Da den Kameraden das Wandern offensichtlich zusagte, traf man sich im Juni zum vereinsinternen Wandertag.

 

Im Juli folgten für die Georgenborner Wehr die Feierlichkeiten des 20-Jährigen Jubiläums der Jugendfeuerwehr und im August unternahm man einen dreitägigen Ausflug zur befreundeten Wehr nach Stuhlfelden in Österreich. Im September folgte die Veranstaltung eines Tages der offenen Tür und eines Frühschoppens, im Oktober konnte man im Anschluss an die Versammlung die 50-Jährige Vereinszugehörigkeit von Walter Engelmann würdigen. Zum Jahresausklang gab es wieder den beliebten Advents-Kaffee für die Bürgerinnen und Bürger, die Jahresabschlussfeier des Vereines fand wiederum in St. Marien statt. Bei der Jahreshauptversammlung 1999 ging dann eine Ära zu Ende. Horst Barth, der seit Jahrzehnten stellv. Wehrführer und Vereinsvorsitzender war, musste aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellen. Der Wehrführer dankte ihm mit einer Rede und überreichte ihm ein interessantes Präsent. Er zeigte sich auch dankbar, dass Horst Barth das Amt des Gerätewartes auch weiterhin noch ausüben wollte, denn es befand sich mit Sicherheit kein Kamerad in der Wehr, der in der Lage war, dieses Amt in der Art und Weise auszuüben wie der Amtsinhaber. Horst Barths Nachfolger als stellvertretender Wehrführer und Vereinsvorsitzender wurde bei der nachfolgenden Wahl sein Sohn Alexander Barth. Im April des Jahres wurden endlich die mittlerweile nur noch sehr schwer funktionierenden Hallentore erneuert. Anstelle der schon immer schwergängigen Schiebetore wurden moderne Rolltore eingebaut. Die Kosten für den elektrischen Antrieb der Tore musste nicht die Gemeinde tragen, sondern wurde aus der Vereinskasse übernommen. Die neuen Tore brachten einen wirklichen Fortschritt für die Wehr, da sich die Kameraden nun nicht mehr mit der bisher zeitaufwendigen Öffnung der Tore beschäftigen mussten, was somit zu kürzeren Ausrückzeiten führte. Im Mai bekam der Verein eine modifizierte Satzung und wurde in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Bad Schwalbach eingetragen. Durch diese Maßnahme waren nun z. B. die Haftungsfragen eindeutig geregelt. Der Name des Vereins lautet seitdem Freiwillige Feuerwehr Georgenborn e. V. Selbstverständlich waren auch wieder einige Einsatztätigkeiten zu verzeichnen. So rückten die Kameraden zur Bekämpfung von fünf Kleinbränden und zwei Mittelbränden aus. Ferner zu sieben techn. Hilfeleistungen, u. a. bei Verkehrsunfällen sowie zu drei Insektenbekämpfungen. Neu im Einsatzgeschehen waren zwei Einsätze, die durch ausgelöste Brandmeldeanlagen erforderlich wurden. Mittlerweile waren die großen Kliniken und die Seniorenresidenz in Schlangenbad sowie das Christian-Groh-Haus in Georgenborn mit solchen Anlagen ausgestattet. Es sollte sich zeigen, dass es in den kommenden Jahren immer häufiger zu Einsätzen aufgrund Fehlfunktionen oder irrtümlich ausgelöster Brandmeldeanlagen kommen sollte. Der deutliche Rückgang der Insektenbekämpfungen war darin begründet, dass die Feuerwehr mittlerweile nur noch in den Fällen ausrückt, in denen es durch die Insekten z. B. für durch Allergie gefährdete Personen oder Kleinkinder zu einer direkten Gefährdung kommt. In allen anderen Fällen werden auf solche Bereiche spezialisierte Firmen mit der Bekämpfung beauftragt. Die geselligen Veranstaltungen kamen ebenfalls nicht zu kurz. Im Juni gab es wieder den beliebten Wandertag, man besuchte die Kameraden der FF Bärstadt zu deren 75. Jubiläum und veranstaltete ein Grillfest für die Kameraden mit Familien an der Grillhütte. Im September gab es wieder einen Frühschoppen, eine Veranstaltung, die sich mittlerweile in Georgenborn großen Zuspruchs erfreute. Zum Jahresausklang lud man wieder zum Advents-Kaffee ein, eine Jahresabschlussfeier für die Kameraden und deren Familien entfiel zugunsten einer Busfahrt zu einem Weihnachtsmarkt. Den Jahreswechsel 1999 auf 2000 verbrachte der Wehrführer im Gerätehaus. Da man ein allgemeines Computerchaos befürchtete, sollten die Gerätehäuser wenigstens mit einer Person besetzt sein, im Falle, dass es zu Problemen bei der Alarmierung bei evtl. Notfällen käme. Allerdings zeigte sich, dass die Bedenken unbegründet waren, offenbar hatten die Experten das Problem rechtzeitig in den Griff bekommen. Weder fiel der Strom aus, noch die Telefone, auch alles andere zeigte sich vom Sprung ins neue Jahrtausend unberührt. Wie überall auch, lief auch in der Feuerwehr Georgenborn der übliche Betrieb, unabhängig davon in welchem Jahrtausend man sich befand, weiter. Zu insgesamt 39 Einsätzen rückte die Wehr aus. Mehrere Wald- u. Flächenbrände waren zu bekämpfen, aber auch Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen zu leisten. Eine große Zahl der Einsätze war auf Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen zurückzuführen. Am 21. März überbrachte man dem Ehrenmitglied Heinz Grein zu dessen 80. Geburtstag ein Präsent und besuchte im April den in diesem Jahr zum ersten Mal veranstalteten Hessenabend der Kameraden der Feuerwehr Wambach. Im Juni gab es wieder einen Wandertag aller Wehren zur Dreispitz, an dem etliche Kameraden teilnahmen. Im August machte man einen dreitägigen Ausflug nach Paris, von dem die Teilnehmer sehr begeistert waren. Im September wurde wieder ein Tag der offenen Tür und am darauf folgenden Tag ein Frühschoppen veranstaltet. Im Oktober überbrachte man dem Ehrenmitglied Heinz Schuck ein kleines Präsent zu dessen 75. Geburtstag. Wie auch in den Vorjahren lud man die Georgenborner Bürgerinnen und Bürger zum Jahresende wieder zum Advents-Kaffee ein und traf sich zu einer Jahresabschlussfeier im Kreise der Kameraden und Familien in St. Marien. Im Oktober traf die Kameraden der Wehr ein besonders trauriges Ereignis. Kamerad Bernd Uebele, der als Aktiver Dienst in der Einsatzabteilung leistete und darüber hinaus das Amt des zweiten Kassenwartes bekleidete, verstarb im Alter von nur 37 Jahren und hinterließ eine Frau und zwei minderjährige Kinder. Die Kameraden der Wehr nahmen bei einer bewegenden Trauerfeier Abschied und trugen den Verstorbenen am 24. Oktober zu Grabe. Bei der Jahreshauptversammlung 2001 kam es somit zwangsläufig zu einigen Veränderungen im Vorstand. Ohnehin standen die Vorstandswahlen auf der Tagesordnung, da der bisherige Wehrführer und Vereinsvorsitzende, Kamerad Joachim Weitze, diese Ämter aus Altersgründen zur Verfügung stellen musste. Immerhin war er seit 1974 im Amt und damit der dienstälteste Wehrführer im gesamten Kreis. Ohne Frage hat die Georgenborner Wehr unter seiner Führung eine sehr gute Entwicklung genommen, wofür ihm die Kameraden zu Dank verpflichtet sind. Joachim Weitze beendete seine Dienstzeit mit einer langen Rede, in der er einen Rückblick auf seine 27-Jährige Amtszeit als Wehrführer und als Vereinsvorsitzender gab. Er zeigte sich dankbar, dass es in den 27 Jahren bei den Einsätzen und sonstigen Arbeiten zu keinen größeren Unfällen gekommen war und dankte den Kameraden für ihre Unterstützung in den zurückliegenden Jahren. Nach den Wahlhandlungen setzte sich der neue Vorstand wie folgt zusammen: Wehrführer und Vereinsvorsitzender wurde Alexander Barth, sein Stellvertreter in beiden Ämtern Thomas Seidel. Erster Kassenwart blieb Wolfgang Müller, zweiter Kassenwart wurde Mario Bredel. Schriftführer und Pressewart blieb Carl Hoffrichter, als Beisitzer zogen Jürgen Kopp und Uwe Reiche in den Vorstand ein.

 

Da der bisherige Jugendwart Alexander Barth als Wehrführer für diese Aufgabe keine Zeit mehr haben würde, wurde die Kameradin Sabine Hoffrichter zur neuen Jugendwartin ernannt. Ihr Stellvertreter wurde Frank Reinemer. Die neue Wehrführung konnte sich gleich in das Einsatzgeschehen stürzen. Vier Kleinbrände und vier Mittelbrände, darunter Wohnungsbrände im Waldfrieden und im Haus Alexandra in Schlangenbad sowie ein Waldbrand an der L 3038 galt es zu bekämpfen. Man musste zu insgesamt 14 techn. Hilfeleistungen, einem blinden und zwei böswilligen Alarmen sowie zu elf Fehlmeldungen von Brandmeldeanlagen ausrücken. Auch die festlichen Anlässe kamen nicht zu kurz. Im Februar konnte man Kamerad Ernst Bredel zur 50-Jährigen Vereinszugehörigkeit gratulieren und im Mai zu seinem 75. Geburtstag. Anfang Juni nahm man am Festumzug der Freiwilligen Feuerwehr Wbn.-Bierstadt anlässlich deren 100-Jährigen Jubiläums teil. Auch gab es wieder einen Wandertag, der über Schlangenbad und Rauenthal nach Eltville führte. Im Juli verabschiedete man den ehemaligen Wehrführer Joachim Weitze aus dem aktiven Dienst, nahm im September an der 75- Jahrfeier der FF Adolfseck und im Oktober an der Gerätehauseinweihung der FF Hausen v. d. H. teil. Zum Jahresausklang wurde wieder der Advents-Kaffee für die Georgenborner Bürgerinnen und Bürger veranstaltet und im Dezember gab es wieder eine Jahresabschlussfeier, diesmal im evangelischen Gemeindezentrum. 2001 jährte sich darüber hinaus der Gründungstag der Wehr immerhin zum 90. Mal, für die Kameraden Grund genug, dieses Jubiläum mit einem entsprechenden Fest zu begehen. Etliche Monate lang plante man die Veranstaltung, die am Wochenende des 15. u. 16. Septembers in einem mittelgroßen Zelt auf dem Sportplatz stattfinden sollte. Zelt, Speisen und Getränke waren bestellt, die hölzerne Grillhütte der Feuerwehr bereits aufgebaut, als sich am 11. September 2001 die entsetzlichen Vorfälle in New York ereigneten. Fanatische Selbstmordattentäter stürzten sich mit Verkehrsflugzeugen in die Türme des World-Trade-Centers und ins Pentagon bei Washington. In einem weiteren gekaperten Flugzeug kam es offenbar zu Auseinandersetzungen zwischen den Entführern und den Passagieren, die Maschine erreichte offenbar das Ziel nicht und stürzte nahe der Stadt Shanksville im US-Bundesstaat Pennsylvania ab. Bei diesen Aktionen kam es zu etwa 3.000 Todesopfern, darunter mehrere hundert Feuerwehrleute, die in den einstürzenden Türmen des World-Trade-Centers verschüttet wurden. Angesichts dieser unfassbaren Vorfälle sahen sich die Kameraden der Wehr außerstande, ein fröhliches Fest zu feiern. Bei einer kurzerhand einberufenen Vorstandsitzung beschloss man, das Fest kurzfristig abzusagen. Gott sei Dank war dies zu diesem Zeitpunkt noch ohne große Verluste möglich. Stattdessen fand man sich am Abend des 15. September zu einem stillen Zusammensein im Gerätehaus ein, in dessen Verlauf eine spontane Sammlung durchgeführt wurde. Immerhin 300,00 DM kamen als Spende zu Gunsten der Familien der umgekommenen New Yorker Kameraden zusammen. Die Kameraden der Feuerwehr Georgenborn im 90. Jahr Angesichts von Schadensereignissen solchen Ausmaßes kann man den Umfang des Einsatzgeschehens der Georgenborner Wehr als eher geringfügig bezeichnen. 2002 musste man zu insgesamt 32 Einsätzen ausrücken, u. a. waren dies vier Kleinbrände, ein Mittelbrand, fünf techn. Hilfeleistungen, zwei Tierrettungen sowie 16 Einsätze aufgrund Brandmeldeanlagen. Ereignisreicher war da schon der Jahresablauf im Bereich der geselligen Unternehmungen. Im April besuchte man wiederum den Hessenabend der Wambacher Kameraden, im Mai holte man dann das im September des Vorjahres ausgefallene Jubiläumsfest nach. Man besuchte die Kameraden in Niedergladbach anlässlich deren 70-Jahrfeier und im Juni ging es zum Frühschoppen der Kameraden in Niederwalluf und Rauenthal sowie zu einem Grillfest nach Wambach. Im August nahm man am Festumzug zum 125-Jährigen Jubiläum der Feuerwehr Oberwalluf teil, veranstaltete einen Wandertag nach Frauenstein und besuchte die Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum des TSV. Im September wurde wieder ein Frühschoppen im Feuerwehrhof veranstaltet und wieder klang das Jahr mit dem bekannten Advents-Kaffee aus. Anstelle der Jahresabschlussfeier unternahm man einen Ausflug nach Linz am Rhein, wo es einen ganzjährigen Weihnachtsmarkt zu bestaunen gab. Außerdem gab es zünftiges Essen in einer Burg, der Abschluss fand in einer Brauerei, nach deren Besichtigung, statt. Größere Probleme traten zu dieser Zeit mit dem Fußboden der Fahrzeughalle auf. Der Beton war im Laufe der Zeit brüchig geworden, von den Fahrzeugen herabtropfendes Wasser drang in die Ritzen ein und förderte so den weiteren Verfall. Mittlerweile stellte man fest, dass sogar die Fußbodenheizung Schaden davongetragen hatte. Leider ergab es sich, dass sich die Gemeinde zu dieser Zeit in einer extrem schwierigen finanziellen Situation befand. Eine Erneuerung des Bodens in Verbindung mit für die Fahrzeuge geeigneten Fliesen, die eine langfristige Schadensfreiheit mit sich gebracht hätten, war nicht möglich, obwohl sich die Wehr bereit erklärte, die Kosten des Fliesenlegers zu tragen, wenn die Gemeinde für das Material aufkäme. Viele Begehungen und Begutachtungen sollten folgen, Monat für Monat zögerten sich die dringend erforderlichen Reparaturarbeiten hinaus. Erst im Mai 2003 wurde der Boden saniert. Es wurden die Ritzen mit Beton ausgegossen und der gesamte Boden mit einer Kunstharzschicht überzogen. Nachdem die Masse ausreichend getrocknet war und die Fahrzeuge in die Halle fuhren, zeigten sich bereits die ersten Mängel. In den nächsten Wochen platzte der Überzug an immer neuen Stellen auf. Die Firma, welche die Sanierung durchgeführt hatte, weigerte sich, eine Nachbesserung vorzunehmen. Die Gemeinde hielt daraufhin einen Teil der Rechnungssumme ein, wogegen die Firma klagen wollte. Was aus dieser Geschichte letztendlich wurde, ist dem Protokollbuch leider nicht zu entnehmen. Fakt ist allerdings, dass sich die Angelegenheit letztendlich bis 2004 hinzog und der Hallenboden ein weiteres Mal saniert werden musste. Diesmal war man klüger geworden und versuchte es, wie von der Wehr gleich zu Beginn vorgeschlagen, mit einem robusten Fliesenboden, dessen Materialkosten immerhin deutlich über € 4.000,00. betrugen. Es zeigte sich wieder einmal, dass es nicht unbedingt immer von Vorteil ist, wenn man sich auf das billigste Angebot, dass noch dazu auf fragwürdigen Methoden beruht, stürzt. Auch gab es insgesamt 28 Einsätze im Jahr 2003 zu bewältigen, u. a. drei Kleinbrände, zwei Mittelbrände, ein Großbrand, zehn techn. Hilfeleistungen und neun Einsätze durch Brandmeldeanlagen. In besonderer Erinnerungen blieben zwei Einsätze, zu denen die Wehr am 13. März zu nächtlicher Stunde kurz hintereinander gerufen wurde. Zunächst wurde eine Explosion im ehemaligen Waldfrieden in Schlangebad gemeldet. Als die Kameraden am Einsatzort eintrafen, stand eine Wohnung in Vollbrand, wie man später feststellte, war die Explosion aufgrund einer Verpuffung bei der Entzündung von Benzin entstanden. Noch während der Einsatztätigkeit wurde der Gerätewagen der Georgenborner Wehr zu einer Unfallstelle auf der B 260, direkt unter der Brücke von Schlangenbad nach Georgenborn gerufen, um eine Unfallstelle auszuleuchten. Dort war ein PKW mit einer männlichen Person kollidiert, für die bei Eintreffen der Einsatzkräfte jegliche Hilfe zu spät kam. Wie sich später herausstellte, hatte der Inhaber der Wohnung im Waldfrieden zunächst seine Wohnung angezündet und sich dann auf den Weg zur Brücke gemacht. Die Georgenborner Einsatzkräfte müssen auf ihrem Weg zum Einsatzort wohl an ihm vorbei gefahren sein. Als dann auf der B 260 aus Richtung Martinsthal ein Fahrzeug herannahte, stürzte sich der Mann in suizidaler Absicht von der Brücke. Er prallte zunächst auf der Straße auf und wurde dann von dem ungebremsten Fahrzeug voll erfasst. Der Einsatz zog sich fast zum Beginn der Berufsverkehres hin, da Kripo und Staatsanwaltschaft vor dem Abtransport des Verstorbenen noch zahlreiche Ermittlungen unternahmen und hierbei die Beleuchtung des Gerätewagens benötigten. Auch wenn nach der Schilderung die Überleitung auf die geselligen Unternehmungen der Kameraden schwer fällt, ist doch von etlichen Aktivitäten zu berichten. Zunächst kam es zu einer personellen Veränderung, da die bisherige Jugendwartin, Sabine Hoffrichter, ihr Amt zur Verfügung stellte. Nachfolger wurde Uwe Reiche, den die Mitglieder der Jugendfeuerwehr zuvor auf ihrer Jahreshauptversammlung als ihren neuen Jugendwart gewählt hatten. Eine kleine Ehrung wurde Kamerad Manfred Werner aufgrund seiner 50-Jährigen Vereinszugehörigkeit. Wie auch in den vergangenen Jahren besuchte man im April wieder den Hessentag der Wambacher Kameraden. Vom 29. Mai bis zum 1. Juni unternahm man einen dreitätigen Ausflug nach Hamburg. Im Juni gab es ein größeres Fest anlässlich des 25-Jährigen Jubiläums der Georgenborner Jugendfeuerwehr auf dem Sportplatz. Im September veranstalte man wieder einen Tag der offenen Tür und einen Frühschoppen und beendete das Jahr mit dem Advent-Kaffee sowie einer Jahresabschlussfeier im ev. Gemeindehaus. Das neue Jahr zeigte sich in der üblichen Weise, mit insgesamt 23 Einsätzen der Wehr. U. a. waren dies zwei Kleinbrände, zehn techn. Hilfeleistungen, zwei Insektenbekämpfungen und sieben Einsätzen aufgrund von Brandmeldeanlagen. Im Gegensatz zum Vorjahr gab es allerdings keine Einsätze, die einer besonderen Erwähnung bedürften. Bei den Geselligkeiten verhält es sich ähnlich. Etwas Abwechslung brachte eine schöne Faschingsfeier, die in der Fahrzeughalle veranstaltet wurde. Ansonsten ging es im April wieder einmal zum Hessentag nach Wambach, Ende Mai beteiligte man sich an einem Sternmarsch im Vorfeld der Jubiläen 100 Jahre FF Oestrich und 75 Jahre FF Mittelheim, die im kommenden Jahr begangen werden sollten. Im Juni nahm man am Tag der offenen Tür der FF Rauenthal, an den Feierlichkeiten zum 70. Jubiläum der FF Wambach sowie im Juli am Festumzug anlässlich des 125-Jährigen Jubiläums der FF Wbn.-Schierstein teil. Auch gab es wieder einen Wandertag für die Kameraden, der diesmal zur Rausch führte und mit einem Grillfest im Feuerwehrhof ausklang. Im August nahmen einige Kameraden an einem Wettbewerb bei der „Nachkerb“ der FF Wbn.-Dotzheim teil. Im September lud man die Georgenborner wieder zu einem Frühschoppen ein und besuchte im Oktober den Frühschoppen der Kameraden aus Schlangenbad. Abschluss des Jahres war wieder der seit 1982 veranstaltete Advents-Kaffee, der zu Beginn ja einmal ein Weihnachtsbasar gewesen war. Zum Jahresabschluss unternahm man eine Busfahrt zum Weihnachtsmarkt nach Würzburg. 2005 ereignete sich im Mai ein Einbruch in das Geräthaus, bei dem die Eingangstür so schwer beschädigt wurde, dass eine Ersatzbeschaffung anstand. Ferner wurde aus einem Feuerwehrfahrzeug ein Werkzeugkoffer entwendet, der ein sog. „Zieh-Fix“ zum Inhalt hatte. Hierbei handelt es sich um ein Gerät, mit dem schnell und sauber Schließzylinder von Türen geöffnet werden können. Zu welchem Zweck dieser Diebstahl erfolgte, liegt wohl auf der Hand. Die Ersatzbeschaffung der Tür ließ einige Zeit auf sich warten. Da anstelle der alten Holztür nunmehr eine Tür aus Metall Verwendung finden sollte, war es erforderlich, auch das sich über der Tür befindliche Fenster auszutauschen. Hierzu war die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht in der Lage. Die Wehr erklärte sich bereit, die Kosten in Höhe von € 250,00 vorzufinanzieren. Ob die Erstattung allerdings jemals erfolgt ist, ist den nachfolgenden Protokollbüchern leider nicht zu entnehmen. Einsätze waren insgesamt 30 zu verrichten, davon u. a. zwei Klein- u. drei Mittelbrände, zehn techn. Hilfeleistunen sowie 14 Alarme aufgrund von Fehlmeldungen von Brandmeldeanlagen. Im Februar feierte man ein weiteres Mal Fasching in der Fahrzeughalle und besuchte im April –wie sollte es anders sein- den Hessenabend in Wambach, man nahm im Mai an einem Festumzug anlässlich des 100-Jährigen Jubiläums der FF Wbn.-Frauenstein sowie an einem Festumzug anlässlich der Jubiläen der Wehren Oestrich und Mittelheim teil. Im Juni war man beim Festumzug der Wehr in Hattenheim, die 100-Jähriges Jubiläum feierte. Im August gab es wieder einen Wandertag, diesmal nach Schierstein und auch wieder mit anschließendem Grillen im Feuerwehrhof. Im August ging es wieder zur FF Wbn.-Dotzheim zur „Nachkerb“ sowie zum Tag der offenen Tür der FF Wambach. Im September veranstaltete man wieder selbst einen Tag der offenen Tür und einen Frühschoppen. Die Einsatzabteilung unternahm einen dreitägigen Ausflug nach Bornhagen in Thüringen. Im Oktober besuchte man Ehrenmitglied Heinz Schuck zu seinem 80. Geburtstag und überbrachte ein Präsent. Natürlich lud man auch in diesem Jahr zum Jahresausklang wieder zu einem Advents-Kaffee ein. Auch gab es wieder eine Jahresabschlussfeier, diesmal wieder im kath. Gemeindezentrum St. Marien. Bei der Jahreshauptversammlung 2006 standen wieder die turnusmäßigen Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Es ergaben sich einige personelle Veränderungen, die allerdings ziemlich unspektakulär waren. Wehrführer und Vereinsvorsitzender blieb Alexander Barth, Thomas Seidel wurde als sein Stellvertreter in beiden Positionen bestätigt. Der erste Kassenwart Wolfgang Müller, der dieses Amt über Jahrzehnt innehatte, wollte etwas kürzer treten und stellte das Amt folglich zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde Jürgen Kopp, der sich allerdings der Unterstützung seines Vorgängers sicher sein konnte, denn Wolfgang Müller übernahm das Amt des stellv. Kassenwartes. Schriftführer und Pressewart Carl Hoffrichter, der dieses Amt 28 Jahre bekleidet hatte, zog sich ebenfalls zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Mario Bredel gewählt. Anke Eichert-Gies sowie ihr Bruder Uwe Eichert wurden als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Zum neuen Jugendwart wurde Frank Reinemer ernannt, zu seinem Stellvertreter Jens Reiche. Bei der Versammlung im Juni wurde ein Festausschuss gewählt, der sich mit den Planungen für das Fest anlässlich des 100-Jährigen Jubiläums im Jahr 2011 beschäftigen sollte. Der Ausschuss nahm dann mit seiner ersten Sitzung im November des Jahres seine Arbeit auf. Insgesamt gab es in in jenem Jahr 26 Einsätze zu bewältigen. U. a. ein Mittelbrand, neun techn. Hilfeleistungen sowie 15 Alarmierungen aufgrund Fehlfunktionen von Brandmeldeanlagen. Einige der Einsätze verdienen eine besondere Erwähnung. Im Mai kam es in einem leerstehenden Haus im Erlenhag zu einem Wasserrohrbruch, der über einen längeren Zeitraum nicht bemerkt wurde. Als die Einsatzkräfte eintrafen stand buchstäblich das gesamte Haus unter Wasser und alle Decken und Böden waren vollständig durchnässt. Im Februar konnte ein PKW-Fahrer in der unteren Trift sein Fahrzeug bei Schneefall und Glätte nicht mehr unter Kontrolle halten und fuhr/rutschte geradeaus über den Nonnenwaldweg in das gegenüber dem Einmündungsbereich liegende Grundstück, wobei ein Gartenzaun und ein Gartenhäuschen zerstört wurden. Im Mai stürzte im Kornweg ein Bagger auf das Dach einer etwas tiefer liegenden Garage und blieb darauf liegen. Da die Straße durch Bauarbeiten gerade aufgerissen war, konnte der Bagger aufgrund seiner Lage und seines Gewichtes nur mit größter Mühe und mit Hilfe eines Kranwagens geborgen werden. Im Juni kam es ebenfalls zu einem denkwürdigen Einsatz. Eine in einer Dachwohnung kollabierte Person konnte vom Rettungsdienst nicht durch das Treppenhaus abtransportiert werden. Es wurde die Drehleiter der FF Bad Schwalbach alarmiert, mit deren Hilfe die Patientin aus dem Fenster ihrer Wohnung gerettet werden konnte. Der auf der Garage liegende Bagger – Einsatz am 18.05.2006 Im Februar wurde wieder in der Fahrzeughalle eine Faschingsfeier veranstaltet, im April besuchte man mal wieder den Hessenabend in Wambach. Im Mai ging es zum Frühschoppen der FF Obergladbach und man veranstaltete eine Vatertagswanderung. Im Juni ging es zum Frühschoppen der FF Rauenthal, im August wieder zur „Nachkerb“ der FF Wbn.-Dotzheim. Im September lud man die Bürgerinnen und Bürger wieder zu einem Tag der offenen Tür und einem Frühschoppen ein, besuchte selbst den Frühschoppen der Kameraden in Wambach und veranstaltete am Monatsende ein vereinsinternes Oktoberfest. Wie immer lud man am Jahresande zum Advents-Kaffee. Zum Jahresabschluss fuhr man mit dem Bus zum Weihnachtsmarkt nach Stuttgart. Im darauffolgenden Jahr waren insgesamt 26 Einsätze zu bewältigen. U. a. waren dies ein Großbrand, zwei Mittelbrände, ein Kleinbrand, elf techn. Hilfeleistungen sowie 11 Alarmierungen aufgrund von Brandmeldanlagen. Erwähnenswert ist ein Einsatz aus dem Januar 2007. Hier kam es in der Mainstraße in einer Wohnung zunächst zu einer Explosion, die einen Brand in der gesamten Wohnung nach sich zog. Die Bewohnerin war glücklicherweise nicht zu Hause, als sich die Explosion im Badezimmer ereignete. Die Ursache ist dem Protokollbuch nicht zu entnehmen. Die Explosion hatte eine solche Wucht, dass die Wohnzimmerfenster samt Rahmen in den Garten flogen und Glasscherben sich noch in vielen Metern Entfernung in den Boden bohrten. Einsatz in der Mainstraße 19 am 28. Januar 2007 Im Juni waren die Kameraden der Wehr während eines Unwetters gerade zu einer Hilfeleistung ausgerückt, als es durch die übherlaufende Zisterne des Gerätehauses zu einem Rückstoß kam und sich große Mengen Wasser aus Toilette, Urinalbecken und Stiefelwaschbecken in die Räumlichkeiten der Feuerwehr ergossen. Da der größte Teil der Kameraden durch den Einsatz gebunden war, waren es die Kameraden der Jugendfeuer, die in Windeseile das Gerätehaus ausräumten und versuchten den Wassermassen Herr zu werden. Hier zeigte sich wieder einmal die gute Kameradschaft, die zwischen den „Großen“ und der Jugendwehr herrscht. Auch im April 2007 besuchte man wieder den Hessenabend der Wambacher Kameraden. Im Mai veranstaltete man ein Maifest. Vom 2. bis 3. Juni unternahm man eine Ausflugsfahrt in den Schwarzwald. Im weiteren Verlauf des Monats besuchte man den Frühschoppen der FF Rauenthal. Im August nahm man an der Fahrzeugeinweihung bei der FF Wambach teil und veranstaltete im September einen Frühschoppen. Eigentlich nicht extra erwähnt werden muss der Advents-Kaffee zum Jahresausklang. Zur Jahresabschlussfeier kam man diesmal im Mühlenmuseum der Wambacher Mühle zusammen. 2008 gab es ein deutlich beruhigteres Einsatzgeschehen. Die Kameraden der Wehr mussten gerade einmal zu 15 Einsätzen ausrücken, wobei es sich um elf techn. Hilfeleistungen und um vier Alarmierungen durch Brandmeldanlagen handelte. Mittlerweile hatten sich die Wehren in Schlangenbad auf geänderte Einsatzpläne bei Alarmierungen durch Brandmeldanlagen geeinigt. Ausrücken muss stets die Wehr, in deren Ortsteil sich die Brandmeldeanlage befindet. Zur Unterstützung wird ihr eine weitere Ortsteilwehr zur Seite gestellt. Zur Entlastung dieser unterstützenden Wehren wurde jetzt auch noch die Wehr aus Bärstadt ins Boot geholt, die sich nachfolgend mit den Wehren aus Wambach und aus Georgenborn in monatlichem Turnus abwechselte. Diese Maßnahme war erfolgreich, wie unschwer aus den deutlich zurückgegangenen Alarmierungen für die Georgenborner Wehr abzulesen ist. Am 1. Mai wanderte man zum Maifest der FF Wbn.-Frauenstein. Am Samstag dem 24. Mai feierte unsere Jugendfeuerwehr ihr 30-Jähriges Jubiläum im Feuerwehrhof und am Sonntag, dem 25. Mai veranstaltete man wieder ein Maifest. Im Juli nahmen einige Kameraden an einem Fußballturnier in Schierstein teil. Im August ging es zum Tag der offenen Tür nach Wambach und zum Grillfest nach Bärstadt. Im September gab es auch wieder einen Frühschoppen. Wie immer lud man zur Adventszeit zum Advents-Kaffee. Im Dezember unternahm man zum Jahresabschluss eine Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Frankfurt und einen Tag später unterstütze man den zum ersten Mal veranstalteten Weihnachtsbaumverkauf am Forsthaus indem man dort Wildbratwürste grillte. Auch im nächsten Jahr blieb das Einsatzgeschehen wieder verhältnismäßig ruhig. Insgesamt gab es 19 Einsätze. U. a. drei Kleinbrände, acht techn. Hilfeleistungen und sechs Alarmierungen aufgrund Brandmeldeanlagen. Glaubt man dem Protokollbuch, waren auch die Geselligkeiten überschaubar. Im Mai veranstaltet man wieder ein Maifest, besuchte die FF Obergladbach zu ihrem 75-Jährigen Jubiläum sowie die FF Norheim zum Tag der offenen Tür. Im Juni nahmen einige Kameraden wieder am Fußballturnier in Schierstein teil. Im August besuchte man die Wambacher Kameraden zu ihrem 75-Jährigen Jubiläum und veranstaltete im September einen Frühschoppen und fuhr wiederum nach Wambach, diesmal zur Einweihung des neuen Gerätehauses. Wie immer gab es noch den beliebten Advents-Kaffee und man beteiligte sich wieder am Weihnachtsbaumverkauf beim Förster mit einem Grillstand. Die Jahresabschlussfeier fiel 2009 aus. Im Mai wanderte man wieder zur FF Frauenstein, im Juni ging es zum Tag der offenen Tür der FF Rauenthal mit Einweihung des Gerätehauses, im Juli machte man einen Tagesausflug mit dem Schiff auf dem Rhein, im September lud man wieder zu einem Frühschoppen ein. Das Jahr 2010 klang dann im November mit dem Advents-Kaffee, der Jahresabschlussfeier im Gerätehaus sowie dem Grillstand beim Weihnachtsbaumverkauf beim Förster aus. Die Teilnehmer der Schiffstour auf dem Rhein 2010 Das Einsatzgeschehen stieg in diesem Jahr wieder deutlich an, die Wehr rückte insgesamt zu 33 Einsätzen aus, u. A. waren dies fünf Kleinbrände, 20 techn. Hilfeleistungen sowie fünf Alarmierungen aufgrund Fehlfunktionen von Brandmeldeanlagen. Waren die Einsätze auch zahlreich, enthält das Protokollbuch dennoch keine Angaben über Außergewöhnliches. Mittlerweile ist der Streifzug durch die Geschichte an seinem Ende angekommen, im Jahr des 100-Jährigen Bestehens der Wehr, im Jahr 2011. Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Textes ist es noch nicht an der Zeit ein Resümee über Einsätze oder Geselligkeiten zu ziehen. Erwähnenswert sind vielleicht die Vorstandswahlen, die in diesem Jahr wieder turnusmäßig auf der Tagesordnung standen. Aber das war es dann auch schon, es gab keine Veränderungen, der gesamte im Jahr 2006 in dieser Zusammensetzung gewählte Vorstand wurde komplett in seinem Amt bestätigt. Nur im Bereich der Jugendfeuerwehr kam es zu einer Veränderung. Frank Reinemer, Jugendwart seit 2006, zog sich zurück. Zum neuen Jugendwart wurde sein bisheriger Stellvertreter, Jens Reiche ernannt. Sein Stellvertreter wurde sein Bruder Jan Reiche. Irgendwie scheint die Jugendarbeit in den Genen der Familie zu liegen, immerhin war der Vater der beiden Brüder ebenfalls Jugendwart gewesen, von 2004 bis 2006. Es wurde versucht, einen interessanten Rückblick auf einhundert Jahre Vereinsgeschichte zu geben, auch wenn die immer wieder kehrenden Aktivitäten vielleicht manchmal etwas ermüdend wirkten. Aber so ist das, wie bei vielen anderen Vereinen und Institutionen auch, das Vereinsleben unterliegt Regeln und Terminen. Einzig das Einsatzgeschehen ist natürlich nicht steuerbar und sorgt für stete Abwechslung für die Kameraden. Gott sei Dank sind Georgenborn und seine Feuerwehrleute in einhundert Jahren wirklich große Schadensereignisse erspart geblieben. Wir wollen hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleibt. In Zukunft – in einem neuen Jahrhundert. Aber unabhängig in welcher Zeit und unter welchen Bedingungen, immer werden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Georgenborn ihren Dienst verrichten, getreu dem Motto der Feuerwehren: Gott zur Ehr – dem nächsten zur Wehr!100 Jahre Geschichte ist eine lange Zeit. Anlass für uns, einen kleinen Rückblick auf das Vereinsleben der Freiw. Feuerwehr Georgenborn zu geben. Den Protokollbüchern, die bis heute erhalten sind, kann das eine oder andere erwähnenswerte Detail entnommen werden. Unser Rückblick umfasst allerdings nicht die zahlreichen Einsätze der Feuerwehr, da dies den zur Verfügung stehenden Rahmen in diesem Heftchen sprengen würde.

Bereits im Februar 1909 erklärten vierzehn Bürger von Georgenborn während einer von Bürgermeister Rossel einberufenen Versammlung im damaligen Gasthaus „Zur Schönen Aussicht“  ihren Eintritt in die Neugegründete Freiwillige Feuerwehr.

Doch wie so oft im Leben, war hier zunächst nur der Wunsch der Vater des Gedankens, denn es ging noch einige Zeit ins Land, bis der Feuerwehrverein seine Arbeit aufnehmen konnte. Nicht nur, dass noch einige Verwaltungshürden zu bewältigen waren, es waren zu diesem Zeitpunkt ja leider auch keinerlei Ausrüstungsgegenstände vorhanden, mit denen es den Kameraden möglich gewesen wäre, ihre Einsätze zu bewältigen.

Außer den vorhandenen Brunnen standen zu Löschzwecken die ebenfalls 1909 fertig gestellte Wasserleitung sowie ein Brandweiher, dessen Überreste noch heute an der Ecke Bornwiesweg/Am Brandweiher zu sehen sind, zur Verfügung.

 

Obwohl mit Hilfe einer großzügigen Spende des Barons von Krauskopf, an der Ecke untere Trift/Bornwiesweg bereits ein Spritzenhaus mit Schlauchturm, welches noch heute von der Feuerwehr als Lager- u. Geräteraum genutzt wird, errichtet worden war, konnte die Finanzierung der weiteren erforderlichen Ausrüstung nicht sofort bewältigt werden

Erst am 5. November 1911 waren endlich die für die 150 Einwohner zählende Gemeinde erforderlichen Feuerlöschgeräte angeschafft, so dass man dem Landrat schriftlich mitteilen konnte, dass „nach Spritzenprobe und Prüfung der neu angeschafften Feuerlöschgeräte und nach ergangener ortsüblicher Bekanntmachung, die schon längere Zeit geplante Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Georgenborn beschlossen wurde“.

 

In der Neugegründeten Feuerwehr begann sofort ein reges Vereinsleben. So legte man z.B. fest, dass an jedem ersten Samstag im Monat eine Vereinsversammlung stattfindet, ein Brauch, der sich bis in unsere heutige Zeit gehalten hat. Im Januar 1913 erhöhte man den monatlichen Beitrag der Vereinsmitglieder von 10 auf 20 Pfennige, um einen Sanitätskasten anzuschaffen, der im gleichen Jahr mit Hilfe des Angesparten Betrages, des Überschusses von der Weihnachtsfeier sowie einer Spende des Barons Krauskopf tatsächlich erworben werden konnte. Da im Mai vier Kameraden beim Militär eine Sanitätsdienst-Ausbildung absolviert hatten, war im Ort, in dem kein Arzt ansässig war, zumindest eine medizinische Erstversorgung gewährleistet.

 

Durch den 1. Weltkrieg kam der Vereinsbetrieb praktisch zum Stillstand. Von den Ortsbewohnern waren 21 Männer in den Krieg gezogen, von denen 11 letztendlich nicht mehr zurück kamen. Die erste Versammlung nach dem Krieg fand erst im Januar 1920 statt. Gerade in dieser schweren Zeit hielt man in der Feuerwehr Georgenborn zusammen. So beriet man die Gründung einer Stiftung oder führte zur Unterstützung der Witwe eines verstorbenen Kameraden eine Sammlung durch. Aus der Vereinskasse stellte man 50 % des gesamten Bestandes, nämlich 200,00 Mark, zur Verfügung, damit die Gefallenen des Weltkrieges mit einer angemessenen Gedenktafel geehrt werden konnten. Nach eingehenden Beratungen über Material und Standort des Denkmales entstand das heute noch am „Georgsborn“ stehende Kriegerdenkmal, an dem alljährlich am Volkstrauertag eine kleine Gedenkfeier stattfindet.

 

Bereits 1926 wurde die Gemeindeverwaltung aufgefordert, eine fahrbare Leiter anzuschaffen. Diese Forderung wurde auch erfüllt, allerdings erst 1928 und nachdem Georgenborn am 1. April von der Stadt Wiesbaden eingemeindet worden war. Die Einsatzmannschaft teilte sich nun in eine „Leitermannschaft“ und in eine „Spritzenmannschaft“ auf.

Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten brachte auch für die Feuerwehr Georgenborn drastische Veränderungen mit sich. So mussten alle Kameraden, die einer linksorientierten Partei angehörten, aus der Wehr austreten, auch die Bekleidung jeglicher öffentlicher Ämter wurde ihnen untersagt. Die Übungen bestanden nunmehr hauptsächlich aus Marschübungen und militärischem Drill. Die Versammlungen wurden nur noch bei Bedarf abgehalten, so dass nur wenige Aufzeichnungen aus dieser Zeit existieren. Seit dem 1. April 1939 gehörte Georgenborn nicht mehr zu Wiesbaden, sondern wurde nun Ortsteil der Gemeinde Schlangenbad.

 

Erst nach dem 2. Weltkrieg, aus dem 18 Georgenborner nicht mehr zurückkehrten, kam es im Januar 1946 wieder zu einer ordentlichen Versammlung, in der die Wehr neu aufgestellt sowie ein neuer Vorstand gewählt wurde. In den nächsten Jahren kam es wieder zu einem normalen Vereinsleben, es wurden neue Uniformröcke angeschafft und es waren etliche, auch größere, Einsätze zu bewältigen. 1949 konnte durch den Fabrikanten Nowak, der in den Bandag-Werken (heutiges Gebiet „Am hohen Wald“) eine Reifen-Vulkanisieranstalt betrieb, eine Motorspritze beschafft werden. Dieser folgte 1950 der erste motorisierte Feuerwehrwagen, ein LKW der  Marke „Dodge“, der ebenfalls von Herrn Nowak gespendet wurde. Der LKW befand sich nicht in allerbestem Zustand, so dass es vieler Arbeitsstunden der Kameraden bedurfte, ihn in einen für die Einsätze angemessenen Zustand zu versetzen. Beim 40. Jubiläum der Wehr 1951 war das Fahrzeug in Stand gesetzt und diente bis Mitte der 50er Jahre zum Transport der Motorspritze sowie der übrigen Ausrüstung.

Als Ersatz nahm die Wehr dann einen gebrauchten VW-Bus in Betrieb, der ebenfalls in Eigenregie zum Transport der Pumpe TS 4, des Löschgerätes sowie der Mannschaft hergerichtet wurde. In dieser Zeit machte besonders der sommerliche  Wassermangel der Wehr und der Bevölkerung zu schaffen. Dies änderte sich erst Ende der 60er bzw. Anfang der 70er Jahre, als die Wasserversorgung der inzwischen drastisch gewachsenen Einwohnerzahl angepasst werden musste.

 

1959 wurde die Anschaffung einer elektrischen Sirene beantragt, deren Probelauf am 4. Februar 1961 stattfand. Die Alarmierung durch die Handsirene gehörte nunmehr der Vergangenheit an. An jedem 1. Samstag im Monat wurde die Sirene um 12.00 Uhr getestet, ein Brauch, der bis Mitte der 90er Jahre, als die Sirene außer Betrieb ging, beibehalten wurde.  Ebenfalls 1961 konnte die Wehr ihr 50jähriges Bestehen feiern. Dies geschah u.a. mit einer großen Alarmübung, bei der es auf dem Sportplatz ein brennendes Papp-Häuschen zu löschen galt.

 

Ende 1964 war auch der VW-Bus an Ende seiner Tage angekommen. Dennoch musste die Wehr noch bis Sommer 1966 auf das Ersatzfahrzeug, einen Opel-Blitz, warten. Er wurde dem Verein unter der Bedingung, das Fahrzeug selbst auszubauen sowie eine moderne Pumpe TS 8 aus Vereinsmitteln anzuschaffen, von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Durch den aufwendigen und langwierigen Ausbau dauerte es noch  bis zum Frühjahr 1968, bis die offizielle Einweihung erfolgen konnte. Zunächst war es nicht möglich, die erforderliche Vorbaupumpe zu installieren, da der Wagen dann nicht mehr in das kleine Spritzenhaus gepasst hätte. So war eine Aufrüstung zum waschechten LF 8 erst viel später, nach dem Einzug ins neue Gerätehaus und nach dem Einbau der Vorbaupumpe, möglich.

Die mittlerweile akute und dem Feuerwehrdienst hinderliche Raumnot war der Gemeindeverwaltung bereits seit Ende der 60er Jahre bekannt, doch erst im März 1976 konnte man endlich in das neue Gerätehaus in der Mainstraße einziehen.

Hier standen endlich die Räumlichkeiten zur Verfügung, die für eine erfolgreiche Feuerwehrarbeit benötigt wurden. Es war Platz für zwei Fahrzeuge, was auch sofort ausgenutzt wurde, da ein Wiesbadener Schrotthändler der Wehr einen ausgedienten Pritschenlaster, ebenfalls vom Typ Opel-Blitz, zum Transport der   Geräte geschenkt hatte. Dieser Wagen wurde in unzähligen Stunden hergerichtet und stand der Wehr viele Jahre zur Verfügung.

 

Im Januar 1978 entschloss man sich zur Gründung einer Jugendfeuerwehr. Die Jugendabteilung wurde seitdem kontinuierlich ausgebaut und unterstützt. Sie genießt bis heute einen sehr guten Ruf im Ort und in der Gemeinde, da hier den Jugendlichen nicht nur eine feuerwehrtechnische Ausbildung geboten wird, sondern auch ihre sonstigen Interessen nicht zu kurz kommen.

Im Jahr 1986 stand das 75. Jubiläum der Wehr an, welches im September entsprechend gefeiert wurde. Vielen werden sicherlich noch die Festtage, z. B. mit dem Absprung von Fallschirmspringern oder dem festlichen Umzug durch die Straßen des Ortes, in guter Erinnerung sein. Nur 2 Jahre später, im September 1988 galt es das nächste Jubiläum zu begehen, denn die Gründung der Jugendfeuerwehr jährte sich zum 10. mal.

Bereits im Mai 1988 hatte das 22 Jahre alte LF 8 auf einer Einsatzfahrt eine Panne, im Oktober 1989 musste die Kupplung repariert werden. Es zeigte sich, dass die Ersatzteilversorgung immer schwieriger wurde, insbesondere waren keine Reifen mehr in der erforderlichen Größe lieferbar. Da mittlerweile eine Reparatur auf die andere folgte, musste man langsam damit beginnen, sich Gedanken um eine Ersatzbeschaffung aus Gemeindemitteln zu machen. Praktisch zeitgleich war die Wehr auf der Suche, um einen mit den vorhandenen Vereinsmitteln bezahlbaren Ersatz für den mittlerweile gänzlich unbrauchbar gewordenen Gerätewagen zu finden. Diesen hatte man dann im Dezember 1989 auch endlich gefunden.

 

Es handelte sich um einen LKW, Mercedes 1113, zuvor bei der Elbtunnel-Feuerwehr im Einsatz. Sein Besitzer hatte ihn bei der Aufgabe des Handels mit gebrauchten Feuerwehrfahrzeugen als Restbestand zurück behalten. Nun wurde intensiv über den Kauf des Fahrzeuges, welches sich in keinem guten Zustand befand und zudem ohne jegliche Ausrüstung war, verhandelt. Als dann endlich das Wertgutachten eines Sachverständigen vorlag, ergab sich, dass der Wagen noch immer einen Wert von DM 90.000,00 hatte, einen Betrag, den die Wehr nie und nimmer hätte aufbringen können. Die Enttäuschung der Kameraden, welche die Verhandlungen mit Vorfreude geführt hatten und deren Träume nun jäh zu zerplatzen drohten, war groß. Es war ein unbeschreiblich großes Glück für die Wehr, dass selbst der Eigentümer des Wagens wohl Mitleid mit dieser niedergeschlagenen Truppe hatte, denn er entschloss sich, den Wagen der Wehr zu spenden. Man kann sich sicher die Freude, die über dieses große Entgegenkommen herrschte, vorstellen. Frohen Mutes machte man sich daran, den LKW in vielen Arbeitsstunden her- u. einzurichten, so dass die Wehr seit Juni 1990 über einen erstklassigen Gerätewagen verfügt, der sich, mit einer Seilwinde, einem Lichtmast sowie einem Wassertank (1.800 Ltr.) versehen, bei vielen Einsätzen im Ort und innerhalb der Gemeinde bestens bewährt hat. Einziger Wermutstropfen sind die immens hohen Wartungskosten, die ein solches Fahrzeug mit sich bringt und die allein aus Mitteln der Vereinskasse getragen werden müssen.

Im Sept. 1992 konnte dann endlich das durch die Gemeinde neu angeschaffte LF 8/6, Typ Mercedes 814, eingeweiht werden. Das ausgemusterte LF 8, Typ Opel-Blitz, kam jedoch nicht in die Schrottpresse, sondern ging zur Feuerwehr nach Saalburg, wo es noch heute genutzt wird.

 

1993 bekam die Wehr wieder das alte Spritzenhaus, das lange Jahre von der Gemeinde zum Unterstellen von Geräten und Streusalz genutzt worden war, als Lagerfläche zur Verfügung gestellt. Endlich konnten viele Gerätschaften, die im Gerätehaus keinen  Platz fanden und daher teilweise unter Planen auf dem Dach gelagert werden mussten, eine anständige Bleibe finden.

Wiederum waren viele Arbeitsstunden fällig, um das alte Spritzenhaus zu renovieren und mit Regalen zu versehen, damit eine ordentliche Lagerung der Gegenstände möglich war.

Im Mai 1995 wurde ein weiteres Fahrzeug (DB 207 D, Bez.: MTW) in Betrieb genommen, welches in gebrauchtem Zustand aus Angesparten Vereinsmitteln für ca. 20.000 DM gekauft und hergerichtet wurde. Es dient dem Transport der Einsatzkräfte zu Einsätzen u. Übungen sowie von Jugendfeuerwehrmitgliedern zu Übungen und zum Zeltlager. Auch der Unterhalt dieses Fahrzeuges wird aus Vereinsmitteln bestritten.

 

1997 legte Jugendfeuerwehrwart Helmut Gies nach 19 Jahren sein Amt in jüngere Hände und übergab die Verantwortung an Alexander Barth, der selbst in der Jugendfeuerwehr groß geworden war. Er übernahm von Helmut Gies auch das Amt des Jugendfeuerwehrwartes der Gemeinde Schlangenbad. Im Februar 1999 kam es zu einem „Wachwechsel“ in der Wehrführung, als der stellvertretende Wehrführer Horst Barth sein Amt aus Gesundheitsgründen nach 26 Jahren niederlegen musste. Nachfolger seines Vaters wurde ebenfalls Alexander Barth. Über die in diesem Jahr erfolgten Änderungen im Vorstand der Wehr berichten wir an anderer Stelle in dieser Homepage.

Mit diesem doch recht umfangreich ausgefallenen Rückblick wollen wir nun die Berichterstattung über die zurückliegenden Jahre beenden. Nach wie vor stellen sich die Kameraden der Feuerwehr Georgenborn in den Dienst für das Wohl ihrer Mitbürger in unserem stetig gewachsenen Ort sowie in der Gemeinde. Doch alleine mit der Einsatzbereitschaft und dem Idealismus der Kameraden ist es leider nicht getan, da die Ausgaben der öffentlichen Hand für die Feuerwehren ständig sinken. Viele wichtige Anschaffungen sowie der Unterhalt der vereinseigenen Fahrzeuge gehen daher allein zu Lasten der Vereinskasse.  Nur durch viele fördernde Mitgliedschaften sowie Spenden der Georgenborner Bürger wird dies auch künftig noch möglich sein.

 

Text: Mario Bredel